AMD hat mit der Strix Halo APU-Familie im Bereich der High-End-Systeme für mobiles Gaming und künstliche Intelligenz bereits für Aufsehen gesorgt. Es wird erwartet, dass das Unternehmen diese Serie zunächst mit Gorgon Halo aktualisiert, bevor mit der Plattform unter dem Codenamen Medusa Halo der eigentliche Generationssprung erfolgt.
Ein neues Leak deutet darauf hin, dass Medusa Halo mit einem bedeutenden Speicher-Upgrade aufwarten könnte.
LPDDR6-Unterstützung für Medusa Halo im Gespräch
Laut Informationen der zuverlässigen Leak-Quelle Olrak29_ könnte die Medusa Halo, die voraussichtlich unter der Serie „Ryzen AI Max 500“ positioniert wird, den LPDDR6-Speicherstandard unterstützen.
Die aktuelle Strix Halo-Plattform unterstützt mit einem 256-Bit breiten LPDDR5X-Speichercontroller Geschwindigkeiten von 8.000 MT/s, was eine Bandbreite von 256 GB/s ermöglicht. Mit dem Gorgon Halo-Update soll dieser Wert bei 8.533 MT/s auf etwa 273,1 GB/s steigen.
Sollte Medusa Halo tatsächlich mit LPDDR6 erscheinen, würde sich das Bild drastisch ändern. Bei Beibehaltung des 256-Bit-Speicherbusses und einer Geschwindigkeit von 14.400 MT/s würde die theoretische Bandbreite auf 460,8 GB/s steigen. Dies entspräche einer Steigerung von fast 80 Prozent im Vergleich zur aktuellen Strix Halo.
Spekulationen über einen 384-Bit-Bus
Frühere Roadmap-Leaks deuteten darauf hin, dass der Speicherbus bei Medusa Halo auf 384-Bit erweitert werden könnte. In diesem Szenario würde die theoretische Bandbreite bei 14.400 MT/s sogar 691,2 GB/s erreichen.
Eine solche Steigerung wäre ein entscheidender Vorteil für die Halo-Serie, die besonders für ihre leistungsstarken integrierten Grafikeinheiten bekannt ist.
Warum ist eine hohe Bandbreite so wichtig?
AMD positioniert die Halo-Serie nicht nur für Gaming-Performance, sondern auch für KI-Anwendungen. Bei KI-Workloads wie großen Sprachmodellen (LLMs) spielt die Speicherbandbreite eine kritische Rolle.
In leistungsstarken APUs mit gemeinsam genutzter Speicherarchitektur ist die Rohdatentransferkapazität einer der entscheidenden Faktoren für die Grafikleistung und die KI-Inferenz. Daher könnten die LPDDR6-Unterstützung und der erweiterte Bus für die Marktpositionierung von Medusa Halo ausschlaggebend sein.
Wie sieht es im Wettbewerb aus?
Auf der Intel-Seite bietet Panther Lake mit LPDDR5X-9600-Unterstützung einen der schnellsten Speichercontroller unter den x86-Plattformen. Intel hatte jedoch zuvor erklärt, keine Pläne für eine so massive integrierte Grafikeinheit wie bei Strix Halo zu haben.
Apple hingegen bietet beim M3 Ultra dank eines 1.024-Bit-Speicherinterface eine Bandbreite von bis zu 819 GB/s. Dieser Wert gilt im Bereich der mobilen SoCs nach wie vor als Spitzenmaßstab.
Noch keine offizielle Bestätigung
Andererseits hat AMD den Gorgon Halo-Refresh offiziell noch nicht bestätigt. Medusa Halo wird als eine Produktfamilie eingestuft, deren Veröffentlichung noch einige Jahre entfernt sein dürfte.
Dass das Unternehmen im vergangenen Monat auf der CES zwei neue Strix Halo-Modelle vorgestellt hat, zeigt, dass die aktuelle Plattform noch nicht am Ende ihres Zyklus angelangt ist. Gemäß aktuellen Roadmaps wird erwartet, dass AMD bei vielen Produkten bis zum Zeitraum 2027-2028 an der RDNA 3.5-Grafikarchitektur festhält, wobei Medusa Halo hier eine Ausnahme bilden könnte.





