Die vier Astronauten der Artemis-2-Mission der NASA sind wenige Wochen vor dem geplanten Start in Houston in Quarantäne gegangen. Laut einer Erklärung der NASA begannen die Astronauten am Freitag, den 23. Januar, im Rahmen eines „Health Stabilization Program“ mit ihren Vorbereitungen. Dieser Prozess, der normalerweise etwa 14 Tage vor dem Start beginnt, ermöglicht es den Teams, flexibel auf mögliche Starttermine zu reagieren.
Ein Novum seit Apollo
Artemis 2 wird die erste bemannte Mission in die Mondnähe seit Apollo 17 im Jahr 1972 sein. Im Rahmen der Mission werden die NASA-Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch sowie Jeremy Hansen von der kanadischen Weltraumbehörde mit dem Orion-Raumschiff eine etwa zehntägige Reise zum Mond antreten.
Bei dieser Mission wird die Orion-Kapsel weder auf der Mondoberfläche landen noch in die Mondumlaufbahn eintreten. Dennoch stellt Artemis 2 einen kritischen Test für bemannte Deep-Space-Missionen dar und bildet die Grundlage für künftige Artemis-Missionen mit geplanten Mondlandungen.
Nach den aktuellen Planungen der NASA ist der frühestmögliche Starttermin Anfang Februar vorgesehen. Die Agentur arbeitet an fünf verschiedenen Startfenstern zwischen dem 6.-8. Februar und dem 10.-11. Februar. Sollte es zu Verzögerungen kommen, wurden bereits Ersatzfenster für März und April festgelegt.
Wie funktioniert der Quarantäneprozess?
Während der Quarantänezeit sind die Astronauten nicht vollständig isoliert, aber Kontakte unterliegen strengen Regeln. Die NASA erklärte, dass die Besatzung mit Familienmitgliedern und Kollegen kommunizieren kann, sofern diese die Regeln wie Maskenpflicht, soziale Distanzierung und das Meiden öffentlicher Räume einhalten.
Die Ausbildung wird in dieser Zeit ohne Unterbrechung fortgesetzt. Die Astronauten führen ihre letzten Vorbereitungen, einschließlich Missionssimulationen und medizinischer Checks, unter Quarantänebedingungen durch. Wenn alles nach Plan läuft, wird die Besatzung etwa sechs Tage vor dem Start zum Kennedy Space Center in Florida verlegt und die Arbeit im Neil A. Armstrong Operations and Checkout Building fortsetzen.
Kritischer Treibstofftest steht bevor
Unterdessen bereitet sich die NASA im Rahmen der technischen Vorbereitungen auf einen kritischen Betankungstest am 2. Februar vor. Die Space Launch System (SLS) Rakete wurde am 17. Januar zur Startrampe 39B im Kennedy Space Center transportiert. Dieser Test, bekannt als „Wet Dress Rehearsal“, umfasst die exakte Anwendung aller Treibstoffladeprozeduren vor dem Start.
Es gibt jedoch keine Garantie für einen reibungslosen Ablauf des Tests. Zuvor waren bei den Treibstofftests der Artemis-1-Mission Lecks an flüssigem Wasserstoff festgestellt worden, was zu langen Verzögerungen führte. Artemis 1 wurde im November 2022 erfolgreich gestartet und schickte die unbemannte Orion-Kapsel in die Mondumlaufbahn. Sollte beim Betankungstest ein Problem auftreten, ist die Wahrscheinlichkeit einer Verschiebung des Starttermins sehr hoch.





