Disney+ hat die Dienstqualität in vielen europäischen Ländern drastisch eingeschränkt und damit seine Nutzer überrascht. Die Unterstützung für Dolby Vision und HDR10+, zwei der wichtigsten Bildtechnologien der Plattform, wurde in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und vielen weiteren europäischen Ländern deaktiviert. Trotz Premium-Abonnement müssen Nutzer Inhalte nun im HDR10-Standardformat mit geringerem Dynamikumfang ansehen.
Disney+ setzt Dolby Vision-Unterstützung wegen technischer Probleme aus
Aufgrund zunehmender Beschwerden erklärte das Unternehmen, dass die Unterbrechung auf technische Schwierigkeiten zurückzuführen sei und man an einer Lösung arbeite. Entwicklungen in der Technologiewelt und das Timing deuten jedoch darauf hin, dass hinter dem Problem ein anderer Grund steckt. Dass das Unternehmen entsprechende Hinweise von seinen Support-Seiten entfernt hat, lässt vermuten, dass es sich eher um einen strategischen Schritt als um eine vorübergehende Störung handelt.
Patentstreit spitzt sich zu
Branchenquellen zufolge ist der eigentliche Grund ein Patentstreit zwischen Disney und dem Technologieunternehmen InterDigital. Ende letzten Jahres entschied das Landgericht München, dass Disney Patente im Zusammenhang mit Videokomprimierungs- und Streaming-Technologien verletzt hat, und erließ eine einstweilige Verfügung. Diese rechtliche Hürde zwang das Unternehmen dazu, bestimmte Funktionen in Deutschland abzuschalten. Dass diese Einschränkungen nun auf andere europäische Länder übergreifen, deutet auf eine Ausweitung des Rechtsstreits hin.
Premium-Abonnenten reagieren verärgert
Nutzer des höchsten Tarifs zeigen sich verärgert, da sie die versprochene Bildqualität nicht erhalten. Berichten zufolge wurde in diesem Prozess nicht nur Dolby Vision, sondern auch die 3D-Film-Unterstützung für Apple Vision Pro-Nutzer stillschweigend entfernt. Dass das Unternehmen diese Funktionen sogar von den US-Support-Seiten entfernt hat, schürt die Sorge, dass die Krise auch auf Übersee übergreifen könnte.





