Google hat offiziell die neue Funktion für seinen KI-Assistenten Gemini vorgestellt, die den Namen „Personal Intelligence“ trägt. Diese neue Fähigkeit ermöglicht es dem Chatbot, den Gmail-, Fotos-, Such- und YouTube-Verlauf der Nutzer proaktiv zu analysieren und auf Basis dieser Daten personalisierte Antworten durch logische Schlussfolgerungen zu liefern. Diese Beta-Funktion ist standardmäßig deaktiviert und steht derzeit nur Abonnenten von Google AI Pro und AI Ultra in den USA zur Verfügung. Es ist jedoch geplant, sie in Zukunft auch in anderen Ländern und für kostenlose Nutzer freizuschalten.
Gemini wird Sie besser kennenlernen: Googles Vorstoß in die personalisierte Intelligenz
Diese Ankündigung gilt als einer der wichtigsten strategischen Schritte Googles, um Gemini von Konkurrenten wie OpenAI und Anthropic abzuheben. Das Unternehmen nutzt hierbei sein riesiges Ökosystem aus Verbraucheranwendungen, die täglich von Milliarden Menschen genutzt werden. Während Gemini bisher Informationen aus Google-Apps einzeln abrufen konnte, kann es mit „Personal Intelligence“ nun über mehrere Anwendungen gleichzeitig logische Verknüpfungen herstellen. So kann das System von sich aus Erkenntnisse liefern, ohne dass der Nutzer explizit angeben muss, wo gesucht werden soll.
Josh Woodward, Vizepräsident von Google Labs und AI Studio, gibt an, dass das System darauf spezialisiert ist, Verbindungen zwischen komplexen Quellen herzustellen und bestimmte Details aus einer E-Mail oder einem Foto zu extrahieren. Wenn Sie beispielsweise in einer Reifenwerkstatt warten und Gemini um Rat fragen, kann die KI Familienfotos von Reisen in Google Fotos identifizieren und Ihnen anstelle einer Standardempfehlung Ganzjahresreifen vorschlagen, die zu Ihren Reisegewohnheiten passen. Ebenso kann das System Ihr Kennzeichen in Sekundenschnelle finden, falls Sie es vergessen haben, indem es ein Foto in Ihrer Galerie identifiziert.
Google betont ausdrücklich, dass Datenschutzkontrollen bei der Einführung dieser Funktion im Mittelpunkt stehen. Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert, und die Nutzer müssen explizit auswählen, welche Anwendungen sie verknüpfen möchten. Das Unternehmen stellt klar, dass Gemini nicht direkt mit den Inhalten der Gmail-Posteingänge oder Fotogalerien der Nutzer trainiert wird; diese Daten werden lediglich als Referenz herangezogen, um die aktuelle Antwort zu generieren. Dennoch räumt Google ein, dass gelegentlich Fehler auftreten können, wie etwa das Vertauschen von Zeitplänen oder das Missverstehen von Zusammenhängen, und bittet die Nutzer um Feedback.
Dieser Schritt verschafft Google einen Vorteil, den die Konkurrenz weitgehend nicht hat. Obwohl OpenAI und Anthropic leistungsstarke Modelle anbieten, kontrollieren sie keine Verbraucherdienste in der Größenordnung und Verbreitung von Gmail oder YouTube. Die Funktion wird zunächst nur für private Google-Konten verfügbar sein; Workspace-Nutzer, einschließlich geschäftlicher, unternehmensbezogener und bildungsbezogener Konten, sind noch ausgeschlossen. Die Funktion, die auf Web-, Android- und iOS-Plattformen läuft, soll in Zukunft auch in den KI-Modus der Google-Suche integriert werden.





