Das Vereinigte Königreich, Kanada und Australien diskutieren über eine gemeinsame Regulierung der Social-Media-Plattform X. Im Zentrum dieser Debatten steht das KI-Tool der Plattform, Grok, das unangemessene Deepfake-Bilder von Frauen und Kindern generiert. Während die kanadische Regierung der Idee eines vollständigen Verbots der Plattform derzeit skeptisch gegenübersteht, halten die aktiven Gespräche zwischen den Behörden an.
Verbotsdebatten für X nach Deepfake-Skandal entfacht
Der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Situation als „beschämend“. Starmer betonte, dass X die Kontrolle übernehmen müsse, und forderte die Medienaufsichtsbehörde Ofcom auf, alle Optionen – einschließlich eines möglichen Verbots – zu prüfen. Es wurde berichtet, dass Regierungsbeamte in Kontakt mit Kanada und Australien stehen, um eine koordinierte Antwort auf dieses Problem zu formulieren.
Kanadas Minister für Künstliche Intelligenz, Evan Solomon, bestätigte, dass Kanada entgegen anderslautender Medienberichte kein Verbot von X plant, die Diskussionen innerhalb der Regierungsstellen jedoch andauern. Der australische Premierminister Anthony Albanese nannte die Erstellung solcher Bilder mit Grok „völlig abscheulich“ und erklärte, dass soziale Medien keine soziale Verantwortung zeigten.
Einige Länder haben bereits konkrete Schritte unternommen. Indonesien war am 10. Januar das erste Land, das Grok blockierte. Das Ministerium erklärte, dieses Verbot sei notwendig, um Frauen, Kinder und die gesamte Gesellschaft vor den Risiken gefälschter Inhalte zu schützen. Auch Malaysia kündigte ein vorübergehendes Verbot an, um „Schäden zu verhindern“, da die Reaktionen von X als unzureichend erachtet wurden.
Die Internet Watch Foundation im Vereinigten Königreich gab bekannt, dass sie in Darknet-Foren kriminelle Bilder von Kindern identifiziert hat. Nutzer behaupteten, Grok zur Erstellung dieses illegalen Materials verwendet zu haben. Die Europäische Kommission wies X an, alle internen Dokumente im Zusammenhang mit Grok bis Ende 2026 aufzubewahren; Indien, Irland, Brasilien und Frankreich leiteten ebenfalls Untersuchungen gegen die Plattform ein.
Infolge der wachsenden Kritik beschränkte die Plattform X die Bildgenerierungsfunktion auf zahlende Abonnenten. Kritiker hielten diesen Schritt jedoch für unzureichend. Ein Sprecher von Starmer erklärte, dass die Kostenpflichtigkeit der Funktion keine Lösung sei. Elon Musk warf der britischen Regierung vor, „faschistisch“ zu sein und nach Vorwänden für Zensur zu suchen. Die US-Kongressabgeordnete Anna Paulina Luna drohte unterdessen mit Sanktionen gegen das Vereinigte Königreich, sollte X dort verboten werden.
In der Technologiewelt verschärfen sich die Debatten über KI-Kontrollen und Meinungsfreiheit zusehends.





