Die Welt der mobilen Apps erlebte im Jahr 2025 einen markanten Gegensatz: Während die Download-Zahlen weiter zurückgingen, erreichten die Einnahmen neue Rekordhöhen. Ein Jahresbericht von Appfigures verdeutlicht diesen tiefgreifenden Wandel in der Branche und beweist, dass der Schlüssel zum Erfolg nicht mehr in den Download-Zahlen, sondern in abonnementbasierten Modellen liegt. Dies markiert den Beginn einer neuen Ära für Entwickler und Nutzer gleichermaßen.
Bericht 2025: Warum stiegen die Einnahmen für mobile Apps?
Laut Daten von Appfigures stiegen die weltweiten Verbraucherausgaben im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 21,6 % auf ein Rekordniveau von 155,8 Milliarden Dollar. Dieser enorme Anstieg zeigt, wie lebendig und profitabel das App-Ökosystem geworden ist. Auf der Kehrseite der Medaille gab es jedoch einen Rückgang bei der Gesamtzahl der App-Downloads. Diese fielen von 109,8 Milliarden im Jahr 2024 um 2,7 % auf 106,9 Milliarden. Dies war das fünfte Jahr eines Abwärtstrends seit dem Pandemie-Höchststand von 135 Milliarden Downloads im Jahr 2020.
Doch wie konnten die Einnahmen trotz sinkender Downloads so stark steigen? Die Antwort liegt im Abonnement-Modell, das in den letzten Jahren immer verbreiteter wurde. Anstatt auf Einmalverkäufe zu setzen, wandten sich die Entwickler Systemen zu, die den Nutzern kontinuierlichen Mehrwert bieten und im Gegenzug regelmäßige Zahlungen generieren. Diese Strategie macht die Einnahmequellen vorhersehbarer und erhöht gleichzeitig die Kundenbindung. Nutzer bevorzugen es heute, einen Dienst zu abonnieren, der ständig aktualisiert und um neue Funktionen erweitert wird, anstatt eine App einmalig zu kaufen.
Kluft zwischen Spiele- und App-Markt vergrößert sich
Eines der auffälligsten Ergebnisse des Berichts ist die Divergenz zwischen Spielen und Nicht-Spiele-Apps. Der Spielesektor, der jahrelang die Lokomotive der mobilen App-Einnahmen war, hat seine Führung an Nicht-Spiele-Apps verloren. Im Jahr 2025 fielen die Downloads von mobilen Spielen im Vergleich zum Vorjahr um deutliche 8,6 % auf 39,4 Milliarden. Dies kann als Zeichen für Sättigung und Wettbewerb im Spielemarkt interpretiert werden.
Im Gegensatz dazu stiegen die Downloads von Nicht-Spiele-Apps moderat um 1,1 % auf 67,4 Milliarden. Der eigentliche Unterschied zeigte sich jedoch auf der Einnahmenseite. Die Ausgaben für Nicht-Spiele-Apps schossen um atemberaubende 33,9 % auf 82,6 Milliarden Dollar in die Höhe. Auf der anderen Seite stiegen die Ausgaben für mobile Spiele nur begrenzt um 10 % auf 72,2 Milliarden Dollar. Damit machen Spiele nur noch 46 % der gesamten App-Ausgaben aus – eine Tendenz, die weiter abnimmt. Abo-basierte Apps in Kategorien wie Produktivität, Gesundheit, Fitness, Dating und Unterhaltung nehmen ein immer größeres Stück vom Einnahmekuchen ein.
Der US-Markt folgt einem ähnlichen Trend
Globale Trends zeigen sich auch in den Vereinigten Staaten, einem der weltweit größten App-Märkte. Die Verbraucherausgaben in den USA stiegen 2025 um 18,1 % auf 55,5 Milliarden Dollar. Die Download-Zahlen sanken deutlicher als im globalen Durchschnitt um 4,2 % auf 10 Milliarden. Auch bei der Einnahmenverteilung ergibt sich ein ähnliches Bild: Während die Ausgaben für Nicht-Spiele-Apps kräftig um 26,8 % auf 33,6 Milliarden Dollar stiegen, wuchsen die Spieleausgaben langsamer um 6,8 % auf 21,9 Milliarden Dollar. Dies unterstreicht, dass der Erfolg des Abo-Modells ein globales Phänomen ist und selbst in reifen Märkten entscheidend für das Wachstum bleibt.
Was bedeutet das für Entwickler und Nutzer?
Diese Daten bieten eine strategische Roadmap für App-Entwickler. Erfolg wird nicht mehr allein durch hohe Download-Zahlen definiert. Stattdessen wird es zur Priorität, qualitativ hochwertige Dienste anzubieten, die Nutzer binden, ihnen permanenten Mehrwert bieten und sie dazu bewegen, ihre Abonnements fortzusetzen. Investitionen in Nutzererfahrung, regelmäßige Updates und exklusive Inhalte sind wichtiger denn je.
Für die Nutzer könnte diese Situation jedoch ein Konzept namens „Abonnement-Müdigkeit“ hervorrufen. Nutzer, die mehrere Dienste abonniert haben, könnten Schwierigkeiten haben, ihr Budget zu verwalten und müssen sorgfältiger entscheiden, welche Abos sie behalten. Daher werden in diesem Wettbewerb nur jene Apps überleben, die echten Wert bieten und das Leben erleichtern. Letztendlich tritt die App-Ökonomie in eine reifere Phase ein, in der Qualität vor Quantität und langfristige Beziehungen vor einmaligen Interaktionen belohnt werden.





