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Nvidia-Krise in China: Trotz Genehmigung kein einziger H200 ausgeliefert

Trotz US-Exportlizenzen konnte Nvidia bisher keine H200-KI-Chips nach China liefern. Politische Spannungen und Pekings Fokus auf lokale Hardware bremsen den Handel.


15.05.2026 20:27|0|1|Google News
Nvidia-Krise in China: Trotz Genehmigung kein einziger H200 ausgeliefert

Die US-Regierung hat den Verkauf der H200-Beschleuniger, einer der leistungsstärksten KI-Lösungen von Nvidia, an rund zehn Unternehmen in China genehmigt. Doch trotz dieser Lizenzen wurde bisher kein einziger H200 nach China ausgeliefert. Dies gilt als Spiegelbild des technologischen Wettbewerbs zwischen Washington und Peking.

Nvidia-Krise in China: Trotz Genehmigung kein einziger H200 ausgeliefert

Laut Informationen von Reuters versucht Nvidia-CEO Jensen Huang im Rahmen laufender Kontakte in China, den Prozess voranzutreiben. Huang, der ursprünglich nicht Teil der Delegation des Weißen Hauses war, nahm auf Einladung von US-Präsident Donald Trump an dem Besuch in Peking teil. Diese Entwicklung weckte Erwartungen, dass die seit langem ausgesetzten H200-Deals wieder in Bewegung geraten könnten.

Verkaufsgenehmigung für Alibaba, Tencent und ByteDance

Im Rahmen der vom US-Handelsministerium erteilten Lizenz wurde der Kauf von Nvidia H200 durch Chinas größte Technologieunternehmen wie Alibaba, Tencent, ByteDance und JD.com genehmigt. Quellen zufolge gehören auch Lenovo und Foxconn zu den autorisierten Distributoren. Es heißt, dass chinesische Unternehmen die Chips direkt bei Nvidia oder über diese Distributoren erwerben können.


Gemäß den Vertragsbedingungen besteht ein Kauflimit von maximal 75.000 H200-Chips pro autorisiertem Kunden. Doch trotz Abschluss aller Genehmigungsprozesse haben die Verkäufe faktisch noch nicht begonnen.

China setzt auf lokale Lösungen

Nvidia-Krise in China: Trotz Genehmigung kein einziger H200 ausgeliefert

Quellen, die dem Prozess nahestehen, geben an, dass einer der Hauptgründe für die Verzögerung die Haltung der Regierung in Peking ist. Angeblich agieren chinesische Firmen nach entsprechenden Anweisungen der Regierung beim Kauf vorsichtiger. Die chinesische Seite prüfe Bestellungen aufgrund wachsender Bedenken hinsichtlich der Abhängigkeit von ausländischer Technologie strenger.


Obwohl lokale Lösungen, insbesondere von Huawei, technologisch noch hinter Nvidia zurückbleiben, rücken chinesische Unternehmen zuletzt verstärkt heimische Alternativen in den Fokus. Dass Unternehmen wie DeepSeek auf Huawei-basierte Lösungen setzen, signalisiert eine Schwächung von Nvidias Position auf dem chinesischen Markt.

Nvidias Dominanz in China schwindet

Bevor die US-Exportbeschränkungen verschärft wurden, lag Nvidias Marktanteil bei fortschrittlichen KI-Chips in China bei etwa 95 Prozent. Zeitweise machten die Erlöse aus China 13 Prozent des Gesamtumsatzes von Nvidia aus.


Aufgrund der aktuellen Exportpolitik sei der Einfluss des Unternehmens auf dem chinesischen Markt für KI-Beschleuniger jedoch fast auf Null gesunken.

Verkaufsprozess an komplexe Bedingungen geknüpft

Hinter dem Stillstand der H200-Verkäufe stecken nicht nur politische Vorbehalte, sondern auch äußerst komplexe Regulierungen. Im Rahmen neuer Regeln, die die USA im Januar in Kraft gesetzt haben, müssen chinesische Käufer nachweisen, dass sie über ausreichende Sicherheitsverfahren verfügen. Zudem ist die Zusicherung erforderlich, dass die Chips nicht für militärische Zwecke verwendet werden.


Nvidia muss zudem offiziell bestätigen, dass ausreichende Lagerbestände innerhalb der USA vorhanden sind. Darüber hinaus sieht eine Sonderregelung der Trump-Administration vor, dass 25 Prozent der Einnahmen aus den Chipverkäufen an die USA abgeführt werden. Daher müssen H200-Lieferungen zuerst über US-Territorium geleitet werden. Da US-Gesetze keine direkten Exportsteuern zulassen, wird diese Methode als rechtliche Zwischenlösung angewandt.


Diese Struktur hat in Peking jedoch zusätzliche Sicherheitsbedenken ausgelöst. Chinesische Behörden befürchten Manipulationen an der Hardware oder versteckte Sicherheitslücken. Auch innerhalb der USA gibt es starken Widerstand gegen die erneute Lieferung von Hochleistungs-KI-Chips an China.

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