Als Apples Mixed-Reality-Headset Vision Pro im Februar 2024 auf den Markt kam, war das Fehlen einer offiziellen YouTube-App einer der am stärksten kritisierten Punkte. Besonders für ein Gerät, das auf den Konsum von Videoinhalten ausgerichtet ist, wurde dieser Mangel als erheblicher Nachteil empfunden. Angesichts des umfangreichen VR- und 360-Grad-Videoarchivs der Plattform hinterließ das Fehlen der App eine deutliche Lücke im Nutzererlebnis.
Diese Situation änderte sich auch mit dem im letzten Jahr vorgestellten Vision Pro-Modell der zweiten Generation nicht, und die Kritik der Nutzer hielt an.
Offizielle App nach zwei Jahren erschienen
Die erwartete Entwicklung ist nun endlich eingetreten. Die von Google entwickelte offizielle YouTube-App wurde im App Store der Vision Pro veröffentlicht.
Die neue App ist nicht nur eine angepasste Version der iPad-Variante; die Benutzeroberfläche wurde speziell für die räumliche Struktur der Vision Pro mit Panels gestaltet, die vor dem Nutzer positioniert sind. Zudem unterstützt die App neben 3D-Videos auch 360- und 180-Grad-Videoinhalte.
Zugriff auf alle YouTube-Inhalte und vollständiges Kontoerlebnis
Laut der Store-Seite der App können Nutzer auf alle Videos der Plattform zugreifen. Dies schließt auch eine spezielle Benutzeroberfläche für Shorts-Videos im vertikalen Format ein.
Darüber hinaus können Nutzer nach der Anmeldung mit ihrem Konto alle standardmäßigen YouTube-Funktionen wie den Wiedergabeverlauf, Abonnements und persönliche Empfehlungen in vollem Umfang nutzen.
Langes Warten und die Ära der Drittanbieter-Apps
Nach der ersten Veröffentlichung der Vision Pro forderten die Nutzer lange Zeit eine offizielle App. In dieser Zeit empfahl YouTube die Web-Oberfläche als Übergangslösung. Die Nutzung über den Browser bot jedoch kein ideales Erlebnis, insbesondere bei fortschrittlichen Videoformaten.
Das Unternehmen gab damals bekannt, dass eine Vision Pro-App in den Entwicklungsplänen enthalten sei; danach folgte jedoch eine fast zweijährige Funkstille.
In dieser Zeit tauchten verschiedene Drittanbieter-Apps auf. Eine der populären Alternativen, Juno, wurde später aufgrund von Verstößen gegen die API-Richtlinien von Google aus dem Store entfernt. Dennoch wurden im Laufe der Zeit weitere von verschiedenen Entwicklern erstellte Apps zugänglich.
Einfluss von XR-Plänen möglich
Die Ausweitung der Aktivitäten von Google im Bereich Augmented und Mixed Reality könnte die Entwicklung der Vision Pro-App beschleunigt haben. Es gibt jedoch keine offizielle Erklärung dazu, in welchem strategischen Rahmen die App realisiert wurde.
Folgt nun Netflix?
Mit der Veröffentlichung der offiziellen YouTube-App richten sich die Blicke nun auf andere große Videoplattformen. Vonseiten Netflix gibt es jedoch bisher keine Ankündigung bezüglich eines Entwicklungsplans für eine Vision Pro-App.





