Die Qwen-KI-Modellfamilie der Alibaba Group Holding hat mit über 700 Millionen Downloads auf der Entwicklerplattform Hugging Face einen beachtlichen Erfolg erzielt. Diese Entwicklung macht Qwen zum weltweit am häufigsten genutzten Open-Source-KI-System und markiert einen bedeutenden Wandel in der globalen KI-Führerschaft.
China überholt USA in der KI: Qwen verdrängt Metas Llama-Modell
Eine am Freitag vom Beratungsunternehmen AIBase veröffentlichte Studie, die auf Hugging Face-Daten basiert, zeigt, dass allein die geschätzte Anzahl der Downloads von Qwen im Dezember 2025 die Gesamtzahl der acht anderen beliebtesten Modelle auf der Plattform übertraf. Zu diesen Wettbewerbern gehören Lösungen von Meta Platforms, OpenAI sowie den chinesischen Unternehmen Zhipu AI, Moonshot AI und MiniMax.
Dem Bericht zufolge wurden weltweit zehntausende praxisnahe Anwendungen auf Basis von Qwen erstellt. Dies stellt einen historischen Höhepunkt für chinesische Open-Source-Großmodelle innerhalb der internationalen Entwicklergemeinschaft dar. Dieser Meilenstein spiegelt eine umfassendere Transformation in der globalen KI-Landschaft wider.
Eine gemeinsame Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Hugging Face ergab, dass zwischen August 2024 und August 2025 in China entwickelte Open-Source-KI-Modelle 17,1 % der weltweiten Downloads ausmachten. Mit dieser Quote überholte China erstmals die Vereinigten Staaten, die einen Anteil von 15,8 % hielten. Laut einer Analyse des Stanford Institute for Human-Centered AI löste Qwen im September 2025 Metas Llama als am häufigsten heruntergeladene Sprachmodellfamilie auf Hugging Face ab.
Den Daten zufolge basieren mittlerweile 63 % aller neuen fein abgestimmten Modelle auf chinesischen Basismodellen. Alibaba stellte die Qwen-Serie auf der CES 2026 in Las Vegas als Open-Weight-Modellfamilie vor. Diese Version hat bereits zur Entstehung von mehr als 100.000 Derivatmodellen auf Plattformen wie Hugging Face geführt. Die Strategie des Unternehmens, Modelle in einem breiten Spektrum von etwa 600 Millionen bis hin zu zig Milliarden Parametern als Open Source anzubieten, hat die Attraktivität von Qwen für verschiedene Einsatzbereiche erhöht.
Der Anstieg bei der Einführung chinesischer Open-Source-KI hat auch die Aufmerksamkeit von Branchenführern erregt. Nvidia-CEO Jensen Huang ging in seiner CES-Rede auf diesen Wandel ein und erklärte, dass „offene Innovation“ sicherstelle, dass die KI-Technologie niemanden zurücklasse. Auf der Veranstaltung stellte DeepSeek, ein weiteres chinesisches KI-Forschungslabor, sein R3-Argumentationsmodell unter einer offenen Lizenz zur Verfügung.
Die globale Akzeptanz nimmt rasant zu. Während Singapurs nationales KI-Programm sein Flaggschiff-Modell auf Qwen aufbaut, vermarktet Huawei die DeepSeek-Integration für afrikanische Märkte. Wei Kai, Direktor des Forschungsinstituts für Künstliche Intelligenz an der Chinesischen Akademie für Informations- und Kommunikationstechnologie, bezeichnete diese Entwicklung als „systematisches Upgrade der allgemeinen KI-Fähigkeiten Chinas“.





