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Chinas KI-Giganten gestehen: Technologielücke zu den USA wächst

Trotz Börsenerfolgen warnen führende chinesische KI-Manager vor einem wachsenden Rückstand gegenüber US-Unternehmen wie OpenAI und Anthropic.


11.01.2026 21:27|0 Kommentare|71
Chinas KI-Giganten gestehen: Technologielücke zu den USA wächst

Chinesische KI-Startups verzeichneten in letzter Zeit zwar beeindruckende Erfolge an der Börse, doch führende Manager der Branche zeichnen hinsichtlich der technologischen Kompetenz ein eher pessimistisches Bild. Auf dem AGI-Next-Gipfel in Peking erklärte Alibaba-Manager Justin Lin, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein chinesisches Unternehmen in den nächsten drei bis fünf Jahren OpenAI oder Anthropic bei grundlegenden Durchbrüchen überholt, bei weniger als 20 Prozent liege.

Trotz Milliarden-Börsengängen: China hinkt bei KI hinter den USA her

Lin betonte, dass US-Giganten wie OpenAI einen erheblichen Teil ihrer Rechenleistung für die Pionierforschung reservieren, während chinesische Firmen ihre Ressourcen größtenteils zur Deckung der aktuellen Kundennachfrage verbrauchen. Tang Jie, Gründer von Zhipu AI, äußerte sich noch deutlicher: Trotz der Begeisterung über kürzlich veröffentlichte Open-Source-Modelle könnte sich die technologische Kluft zu den USA in Wahrheit weiter vergrößern.

Chinas KI-Giganten gestehen: Technologielücke zu den USA wächst

Diese drastischen Warnungen fielen in eine erfolgreiche Woche, in der Chinas sogenannte „KI-Tiger“ Zhipu und MiniMax an der Hongkonger Börse insgesamt über eine Milliarde US-Dollar einsammelten. Die Aktien von MiniMax legten bei ihrem Debüt am Freitag um 109 Prozent zu und trieben den Unternehmenswert auf 13,7 Milliarden Dollar, während das Plus bei Zhipu bei 13,2 Prozent lag.

Branchenführer sehen trotz dieser finanziellen Erfolge den begrenzten Zugang zu Rechenressourcen und die US-Exportbeschränkungen für Hochleistungs-Chips als größte Hindernisse. Mit einem Marktwert von 500 Milliarden Dollar (OpenAI) bzw. 350 Milliarden Dollar (Anthropic) liegen die US-Konkurrenten sowohl beim Börsenwert als auch bei den Ressourcen weit vor ihren chinesischen Rivalen.

Chinas KI-Giganten gestehen: Technologielücke zu den USA wächst

Obwohl die Veröffentlichung des Modells DeepSeek R1 im Januar 2025 einen Wendepunkt in puncto Kosteneffizienz markierte, bleiben die Verantwortlichen vorsichtig. Yao Shunyu, Leiter der KI-Initiativen bei Tencent, erklärte, die Branche müsse sich nun auf Herausforderungen der nächsten Generation wie Langzeitgedächtnis und selbstgesteuertes Lernen konzentrieren. Statt destruktivem internen Wettbewerb plädieren die Manager für eine globale Zusammenarbeit in der KI-Entwicklung.

Unterdessen gab mit Moonshot AI ein weiterer wichtiger Akteur den Abschluss einer neuen Finanzierungsrunde über 500 Millionen Dollar bekannt. Das Unternehmen, das seine Barreserven damit auf über 1,4 Milliarden Dollar steigert, plant im Gegensatz zur Konkurrenz vorerst keinen Börsengang, sondern konzentriert sich auf die Entwicklung des K3-Modells und den Kapazitätsausbau.

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