Apple hat das Datenbank-Unternehmen Kuzu übernommen, das auf Graph-Technologie spezialisiert ist. Dieser Schritt folgt auf die kürzlich bestätigte Übernahme des KI-Startups Q.ai für 2 Milliarden Dollar. Diese Deals verdeutlichen, wie Apple seine Dominanz in den Bereichen künstliche Intelligenz, Datensysteme und Entwicklertools weiter festigt.
Kuzu hat eine eingebettete Graphdatenbank entwickelt, die auf Abfragegeschwindigkeit, Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit optimiert ist. Das in Ontario ansässige Unternehmen wurde 2023 gegründet und beschäftigte zum Zeitpunkt der Übernahme etwa 10 Mitarbeiter. Kurz nach Abschluss des Geschäfts im Oktober 2025 archivierte Kuzu sein GitHub-Repository und entfernte den Großteil seiner öffentlichen Präsenz – ein typisches Muster bei Apple-Übernahmen.
AppleInsider entdeckte den Kauf in Unterlagen der Europäischen Union. Die EU verpflichtet große Tech-Gatekeeper, bestimmte Übernahmen im Rahmen des Gesetzes über digitale Märkte (Digital Markets Act) zu melden. Obwohl Apple den Preis nicht offiziell bekannt gab, ist der Deal bedeutend genug, um in den öffentlichen Registern der EU zu erscheinen.
Im Gegensatz zu traditionellen relationalen Datenbanken wie FileMaker ist Kuzu auf Graphdatenbanken spezialisiert. Apple besitzt FileMaker seit den 1980er Jahren über seine Tochtergesellschaft Claris, hat jedoch – anders als Microsoft mit Access in Office – nie eine eigene Datenbank-App in iWork integriert.
Während relationale Datenbanken Daten in strukturierten Tabellen speichern, verbinden Graphdatenbanken Datenpunkte direkt miteinander, ähnlich einer Mindmap. Diese Struktur verbessert die Performance bei komplexen Beziehungen erheblich, da Abfragen nicht zwischen mehreren Tabellen springen müssen.
Kuzu bot zuvor ein browserbasiertes Tool namens Kuzu Explorer an, mit dem Nutzer Datenverbindungen sofort visualisieren konnten. Dieser visuelle Ansatz erleichtert die Erkundung von beziehungsintensiven Datensätzen.
Die EU-Unterlagen fassen auch weitere Apple-Übernahmen im Jahr 2025 zusammen:
- 10. Oktober: Kuzu, eingebettete Datenbanktechnologie
- 19. August: Styra, Autorisierungssoftware für Cloud-Systeme
- 28. Mai: IC Mask Design, analoges Chip-Layout-Design
- 11. Februar: Pixelmator, Bildbearbeitungssoftware
- 24. Januar: TrueMeeting, digitale Avatar-Technologie
- 24. Januar: WhyLabs, Monitoring-Tools für maschinelles Lernen
Apple hat noch nicht bekannt gegeben, wie Kuzu eingesetzt werden soll. Graphdatenbanken unterstützen jedoch maßgeblich KI-Systeme, Empfehlungs-Engines und soziale Netzwerke. Die Technologie könnte in Apple Intelligence, Entwicklertools oder Community-Funktionen wie Game Center integriert werden. Aktuell stärkt dieser Kauf Apples Datenkompetenz in einer Ära, in der Echtzeit-Beziehungen zwischen Datenpunkten für die KI wichtiger denn je sind.





