Apple hat eine strategische und notwendige Änderung in seiner Display-Lieferkette vorgenommen. Der Technologiegigant sah sich gezwungen, Aufträge über Millionen von iPhone-OLED-Panels vom chinesischen Zulieferer BOE Technology aufgrund von Produktionsmängeln an Samsung Display zu übertragen. Diese Entwicklung, die vom koreanischen Medium The Elec aufgedeckt wurde, zeigt eine erneute Verschiebung des Gleichgewichts in der Apple-Lieferkette und dämpft die Ambitionen von BOE, Apples führender Zulieferer zu werden.
Krise bei der OLED-Produktion für das iPhone 17e: Samsung übernimmt
Industrieberichten zufolge traten die betreffenden Produktionsschwierigkeiten im November und Dezember 2025 auf und sind bis heute nicht vollständig behoben. Fehler in einem spezifischen Fertigungsprozess sollen BOE dazu gezwungen haben, die Produktion für bestimmte Modelle komplett einzustellen. Es heißt, dass die von diesem Ausfall betroffenen Panels für die Modellreihen iPhone 15, 16 und 17 bestimmt waren.
Diese Qualitätskrise überrascht Branchenbeobachter, da BOE die LTPS-OLED-Panels für das iPhone 15 und 16 lange Zeit problemlos geliefert hatte. Während Schwierigkeiten bei den fortschrittlicheren LTPO-Panels des iPhone 17, die technisch anspruchsvoller in der Herstellung sind, eher zu erwarten gewesen wären, gelten solche Probleme bei älteren, etablierten Modellen als ungewöhnlich.
Um den Produktionsplan von Apple nicht zu gefährden, sprang Samsung Display kurzfristig ein. Dank seiner massiven Produktionskapazitäten übernahm der südkoreanische Hersteller in den letzten zwei Monaten Millionen von Aufträgen, die ursprünglich an BOE vergeben waren. Schätzungen zufolge lieferte BOE im Jahr 2024 etwa 40 Millionen iPhone-OLED-Panels aus, wird jedoch aufgrund der aktuellen Rückschläge seine Ziele für 2025 voraussichtlich verfehlen.
Apple verlagert iPhone-Display-Bestellungen zu Samsung Display
Trotz der aktuellen Herausforderungen konzentriert sich BOE nun auf das preisgünstige iPhone 17e, dessen Markteinführung für diesen Frühling erwartet wird. Das Unternehmen bleibt der Hauptlieferant für dieses Modell, weshalb eine stabile Produktion sowohl für Apple als auch für BOE von entscheidender Bedeutung ist.
Neben den Produktionsproblemen prägen auch juristische Auseinandersetzungen das Verhältnis der beiden Zulieferer. Samsung und BOE standen sich wegen Patentverletzungen und des Vorwurfs des Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen gegenüber. Ende 2025 einigten sich die Parteien, wobei BOE zustimmte, Lizenzgebühren an Samsung zu zahlen. Samsung Display festigt damit seine Position als Apples wichtigster OLED-Lieferant und wird voraussichtlich rund 120 Millionen Panels pro Jahr liefern.





