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Die Herausforderung SpaceX: Wie die Konkurrenz bestehen will

Im globalen Startmarkt setzt SpaceX die Konkurrenz massiv unter Druck. Unternehmen suchen nun nach neuen Strategien zwischen Preiskampf und Servicequalität.


16.02.2026 12:29|0|1|Google News
Die Herausforderung SpaceX: Wie die Konkurrenz bestehen will

Während die Nachfrage im globalen Markt für Weltraumstarts weiterhin stark ist, herrscht Uneinigkeit darüber, wie man gegen den Branchenriesen SpaceX bestehen kann. Insbesondere Unternehmen, die sich auf den Markt für Kleinsatelliten konzentrieren, versuchen unter dem Druck steigender Nachfrage und sinkender Preise, neue Strategien zu entwickeln.

Die Herausforderung SpaceX: Wie die Konkurrenz bestehen will

Branchenvertreter betonten auf dem SmallSat Symposium die Marktdominanz von SpaceX, das im Jahr 2025 etwa die Hälfte aller weltweiten Orbitalstarts durchführte. Trotz dieses Übergewichts bleibt die Preissensibilität auf Kundenseite hoch, ne was den Wettbewerb zusätzlich verkompliziert.

Kleine Unternehmen unter Druck

Das Problem ist besonders für Entwickler von kleinen Trägerraketen offensichtlich. Der Kostenvorteil, den SpaceX durch sein Rideshare-Programm bietet, übt einen massiven Druck auf Start-ups in diesem Segment aus.


Brian Rogers, Vizepräsident für globale Startdienste bei der US-Firma Rocket Lab, betonte, dass Unternehmen, die nur über den Preis konkurrieren wollen, ins Hintertreffen geraten werden. Laut Rogers ist ein direkter Preiskampf mit SpaceX keine gesunde Strategie. Stattdessen müssten Unternehmen ihren Marktzugang differenzieren und sich durch andere Merkmale abheben.

Die Herausforderung SpaceX: Wie die Konkurrenz bestehen will

Ein ähnlicher Ansatz wurde vom spanischen Raketenentwickler PLD Space geäußert. Vertriebsleiter Daniele Dallari verteidigte zwar die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Preise, gab jedoch zu, dass man sich nicht allein durch Kostenvorteile profilieren könne. Laut Dallari ist das Serviceniveau der entscheidende Faktor. Insbesondere dedizierte Startmöglichkeiten und die Fähigkeit, schnell auf Kundenwünsche zu reagieren, schaffen Gründe für eine Entscheidung jenseits des Preises. Er erklärte, dass ein wettbewerbsfähiger Preis notwendig sei, ab einem gewissen Punkt jedoch die Servicequalität den Ausschlag gebe.

„Preiskampf ist unvermeidlich“

Einer derjenigen, die diesen Ansatz nicht teilen, ist Devon Papandrew, Vizepräsident für Geschäftsentwicklung bei Stoke Space. Papandrew argumentiert, dass ein Unternehmen, das mit SpaceX konkurrieren will, auch beim Preis ambitioniert sein muss.

Die Herausforderung SpaceX: Wie die Konkurrenz bestehen will

Stoke Space gab am 10. Februar bekannt, dass es eine zusätzliche Investition von 350 Millionen Dollar erhalten hat. Das Unternehmen plant den Markteintritt mit einer vollständig wiederverwendbaren Trägerrakete der Mittelklasse. Laut Papandrew könnte die vollständige Wiederverwendbarkeit die Kostenbasis so weit senken, dass ein Kostenvorteil entsteht, der von keiner anderen Rakete unterboten werden kann.


Papandrew deutete zudem an, dass SpaceX intern mit Kapazitätsengpässen kämpfe. Er wies darauf hin, dass der größte Kunde von SpaceX das Unternehmen selbst sei, da die Starts für die Starlink-Satellitenkonstellation die Kapazitäten erheblich binden. Jeder Start, den SpaceX an einen Drittkunden verkauft, bedeute, dass etwa 24 Starlink-Satelliten nicht ins All geschickt werden können, was für das Unternehmen erhebliche Opportunitätskosten darstelle.


Laut Papandrew übersteigt die Nachfrage derzeit das Angebot. Diese Knappheit ist der Hauptfaktor dafür, auf welchem Niveau sich die Preise einpendeln. Vor einigen Jahren sah die Branche jedoch noch ganz anders aus. Im Segment der Kleinträgerraketen waren zahlreiche Start-ups entstanden, und es gab Warnungen vor einer Marktsättigung. Viele dieser Projekte erreichten jedoch aufgrund technischer und finanzieller Hürden nie die Startrampe.


Papandrew betonte, dass die heutige Marktmacht von SpaceX auf der Beherrschung der Wiederverwendbarkeit von Raketenstufen beruht. Dieser Ansatz habe einen strukturellen Bruch herbeigeführt, der die Startfrequenz erhöht und die Kosten gesenkt hat.


Wie neue Start-ups letztlich gegen SpaceX bestehen werden, bleibt unklar. Es deutet sich jedoch an, dass der Weltraum immer geschäftiger wird. Es geht nicht mehr nur um Kommunikation, sondern zunehmend um Kapazitätsanfragen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Mit Elon Musks KI-Unternehmen xAI prüfen viele Tech-Giganten ernsthaft, KI-basierte Rechenzentren in den Weltraum zu verlagern. Sollte der Orbit für Rechenzentren effizienter sein als die Erde, würde ein weitaus größerer Markt entstehen.

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