Die britische Regierung ist von der umstrittenen Verpflichtung zur digitalen Identität für Arbeitnehmer zurückgetreten. Wie die BBC berichtet, wurde die Anforderung, sich für ein digitales ID-System zu registrieren, um die Arbeitserlaubnis im Land nachzuweisen, nach heftigen öffentlichen Reaktionen fallen gelassen.
3 Millionen Unterschriften änderten den Plan
Im September hatte Premierminister Keir Starmer noch eine harte Linie vertreten und erklärt, dass ohne digitale ID niemand im Vereinigten Königreich arbeiten könne. Die Reaktion der Bevölkerung folgte jedoch prompt. In einer von fast 3 Millionen Menschen unterzeichneten Parlamentspetition wurde argumentiert, dass diese Anwendung Massenüberwachung und digitale Kontrolle bedeute. Infolge dieses Drucks verzichtete die Regierung darauf, das System verpflichtend einzuführen.
Ziel 2029: Ausstieg aus dem papiersbasierten System geht weiter
Obwohl die Verpflichtung aufgehoben wurde, hält die Regierung an ihrer Digitalisierungsvision fest. Da papierbasierte Systeme anfällig für Betrug seien, streben die Behörden an, die Kontrollen der Arbeitserlaubnis bis 2029 vollständig in den digitalen Bereich (z. B. durch biometrische Pässe) zu verlagern. Der Schwerpunkt hat sich jedoch von der Identifizierung illegaler Arbeitnehmer hin zur Erleichterung des Zugangs zu öffentlichen Diensten verschoben.
One Login und Wallet-Anwendung
Im Zentrum des Systems steht der Dienst „One Login“, den derzeit bereits mehr als 12 Millionen Menschen für Anträge auf Veteranenkarten oder Reisepassangelegenheiten nutzen. Zudem soll ein neuer Dienst namens „Wallet“ es den Bürgern ermöglichen, Informationen zu Identität, Staatsangehörigkeit und Aufenthalt auf ihren Telefonen zu speichern. Die Regierung plant nun, dieses System nicht mehr als Pflicht, sondern als lebens erleichternde Option anzubieten.





