Während die Auswirkungen sozialer Medien auf Jugendliche weltweit diskutiert werden, kam vom Top-Manager von Instagram eine bemerkenswerte Stellungnahme. In einem bedeutenden Prozess in Los Angeles widersprach Instagram-CEO Adam Mosseri den Vorwürfen, die Plattform mache im klinischen Sinne süchtig. Mosseri ziehe es vor, den stundenlangen Aufenthalt der Nutzer vor dem Bildschirm als „problematische Nutzung“ statt als „Sucht“ zu bezeichnen.
Im Zeugenstand zog Mosseri Parallelen zwischen der Nutzung sozialer Medien und dem Hintereinanderschauen von Serien (Binge-Watching). Der CEO gab an, selbst manchmal Netflix-Serien bis spät in die Nacht zu schauen und dann zu sagen, er sei „süchtig geworden“, betonte jedoch, dass dieser Ausdruck keine medizinische Realität widerspiegle. Laut Mosseri sei es zwar eine ernste Situation, wenn eine Person 16 Stunden am Tag auf Instagram verbringe, dies bleibe jedoch eine persönliche Erfahrung, die von Nutzer zu Nutzer variiere.
Das Gerichtsverfahren konzentriert sich insbesondere auf die Vorwürfe, dass die unendliche Scroll-Funktion und Dopamin-auslösende Algorithmen die psychische Gesundheit Jugendlicher beeinträchtigen. Während die Klägerseite behauptet, die Plattform sei wie ein „Spielautomat“ konzipiert, weist Mosseri diese Anschuldigungen zurück. Der Manager erklärte, das Ziel des Unternehmens sei nicht nur Gewinn; die Gewährleistung der Sicherheit Jugendlicher sei langfristig auch für das Geschäft vorteilhafter.
Vor Gericht vorgelegte interne Korrespondenzen zeigten jedoch deutlich, dass es in der Vergangenheit Warnungen gab, wonach bestimmte ästhetische Filter das Selbstwertgefühl Jugendlicher schädigen könnten. Dennoch blieben diese Filter im Zuge der Wachstumsziele noch eine Zeit lang online.





