Nach der Artemis-2-Mission im letzten Monat, bei der Astronauten nach vielen Jahren wieder in die Mondumlaufbahn transportiert wurden, plant die NASA, das Artemis-Programm fortzusetzen und schließlich 2028 mit der Artemis-4-Mission erneut den Mond zu betreten. Im Zentrum dieses Programms stehen das leistungsstärkste Raketensystem, das die NASA je entwickelt hat – das Space Launch System (SLS) – und das Orion-Raumschiff. Jüngste Updates der NASA zeigen, dass die Rakete für die für 2027 geplante Artemis-3-Mission Gestalt annimmt.
Die Hauptstufe der Artemis-3-Rakete, die zum Kennedy Space Center der NASA in Florida transportiert wurde, wurde nun in eine vertikale Position gebracht. Damit wurde der größte Teil des Space Launch Systems in den Montageprozess integriert. NASA-Techniker bereiten sich nun darauf vor, diese Hauptstufe mit vier RS-25-Triebwerken zu verbinden. Diese Triebwerke stammen ursprünglich aus der Space-Shuttle-Ära, wurden jedoch modernisiert und liefern den gewaltigen Schub, den das SLS beim Start von der Erde benötigt.
Die Hauptstufe der SLS-Rakete für die Artemis-3-Mission ist etwa 65 Meter lang. Die gesamte Rakete erreicht zusammen mit der Orion-Kapsel, dem Oberstufensystem und zwei riesigen Feststoffboostern eine Höhe von etwa 98 Metern. Im vollgetankten Zustand wiegt die Rakete rund 2,6 Millionen Kilogramm.
Artemis-3-Mission testet auch das Landesystem
In den ersten Entwürfen des Programms war geplant, dass Artemis 3 Astronauten auf der Mondoberfläche absetzt. Verzögerungen beim Starship-Lander von SpaceX und dem Blue-Moon-System von Blue Origin zwangen die NASA jedoch dazu, den Missionsplan zu ändern. Daher entwickelt sich Artemis 3 nun eher zu einer Validierungs- und Testmission. Im Rahmen der Mission wird die Orion-Kapsel mit Astronauten in die Erdumlaufbahn geschickt. Dort sollen Rendezvous- und Andockmanöver mit dem Starship von SpaceX oder dem Blue-Moon-Landesystem von Blue Origin durchgeführt werden. Das Ziel der NASA ist es, die Sicherheit der Systeme für die bemannte Mondlandung vor der eigentlichen Mission detailliert zu testen.
Besonders hervorzuheben ist, dass die NASA nicht mehr von einem einzigen Landesystem abhängig sein möchte. Die Behörde erklärt, dass sie das System des Unternehmens einsetzen kann, das die erforderlichen Sicherheits- und technischen Anforderungen zuerst erfüllt. Obwohl das Starship-System von SpaceX derzeit das bevorzugte Fahrzeug für Artemis 4 ist, könnte sich dies ändern, falls Blue Origin im Entwicklungsprozess schneller vorankommt.
Dieser Ansatz der NASA deutet auf ein wachsendes Problem der letzten Jahre hin: Das Artemis-Programm ist in hohem Maße von Technologien privater Unternehmen abhängig. Insbesondere die Tatsache, dass das Starship noch nicht die volle Einsatzreife erreicht hat, gilt als eines der größten Risiken im Artemis-Zeitplan. SpaceX hat zwar bereits zahlreiche Tests mit dem Starship durchgeführt, doch in kritischen Bereichen wie dem Treibstofftransfer im Orbit, langfristigen Weltraumoperationen und dem sicheren Menschentransport gibt es noch erhebliche technische Probleme zu lösen. Andererseits hat auch das Blue-Moon-Fahrzeug von Blue Origin noch nicht das Niveau für bemannte Missionen erreicht. Daher wird die Artemis-3-Mission ein entscheidender Wendepunkt sein, um nicht nur die Orion-Kapsel, sondern auch die zukünftigen Mondlandesysteme der NASA zu testen.





