Das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) hat in der Geschichte der Astronomie ein neues Kapitel aufgeschlagen und auf seiner Reise in die Tiefen des Universums erneut einen eigenen Rekord gebrochen. Laut der neuesten Entdeckung, die in der wissenschaftlichen Welt für großes Aufsehen sorgt, wurde eine Galaxie namens MoM-z14 identifiziert, die nur 280 Millionen Jahre nach der Entstehung des Universums entstanden ist.
In einer von Forschern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) geleiteten Studie wurde bestätigt, dass das von dieser Galaxie ausgestrahlte Licht nach einer Milliarden Jahre dauernden Reise die Infrarotsensoren des Teleskops erreicht hat. Diese Entdeckung stellt die fernste Grenze dar, die die Menschheit in Bezug auf den Beginn des Universums beobachten kann, und erschüttert unser Wissen über die kosmische Dämmerung grundlegend.
Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 2022 findet das JWST weiterhin Galaxien, die weitaus heller und älter sind, als Wissenschaftler vorhergesagt hatten, und fordert damit bestehende Theorien heraus. Die Existenz solch entwickelter Systeme in der „Kindheit“ des Universums wirft grundlegende Fragen zur Galaxienbildung auf. Das Forschungsteam identifizierte MoM-z14 beim Durchsuchen von Daten als potenzielles Ziel und richtete die Augen des Teleskops im April 2025 auf diesen speziellen Punkt. Messungen ergaben einen Rotverschiebungs-Wert von 14,44, der die Entfernung und das Alter eines Objekts bestimmt. Dieser Wert übertrifft den des bisherigen Rekordhalters JADES-GS-z14-0 (14,18) und platziert MoM-z14 in den am weitesten entfernten bekannten Winkel des Universums.
Kleine Galaxie, gigantische Lichtquelle
Die physikalischen Eigenschaften von MoM-z14 sind ebenso erstaunlich wie ihre Entfernung. Diese Galaxie ist etwa 400-mal kleiner als unsere Milchstraße und hat einen Durchmesser von nur 240 Lichtjahren, besticht jedoch durch die Menge des Lichts, das sie aussendet. Es wurde berechnet, dass die Galaxie, die im Verhältnis zu ihrer Größe eine sehr dichte Masse aufweist, eine ähnliche Masse wie die Kleine Magellansche Wolke hat, eine der Zwerggalaxien im Orbit der Milchstraße. Forscher beobachteten, dass diese antike Struktur einen sehr schnellen Ausbruch von Sternentstehung erlebte und ihre chemische Struktur Ähnlichkeiten mit den ältesten Sternhaufen in der Milchstraße aufweist.
Diese Ähnlichkeit deutet darauf hin, dass Sterne selbst in den frühesten Phasen des Universums ähnlich entstanden sind wie die alten Sternhaufen, die wir heute in unserer näheren Umgebung sehen. Die Wissenschaftswelt blickt nun auf das Nancy Grace Roman Weltraumteleskop, dessen Start für Ende 2026 geplant ist. Es wäre jedoch keine Überraschung, wenn James Webb seinen eigenen Rekord bis dahin erneut bricht.
Experten glauben, dass die Entdeckung von Entfernungen und den ersten Sternen des Universums, die einst unvorstellbar schienen, nun in greifbare Nähe gerückt ist. Der kosmische Horizont erweitert sich von Tag zu Tag, und wir werden Zeugen eines klareren Bildes der dunklen Vergangenheit des Universums als je zuvor.





