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Orbex am Rande der Insolvenz: Großbritanniens Raumfahrtziele in Gefahr

Orbex, ein Schlüsselakteur der britischen Raumfahrt, hat aufgrund von Finanzierungsproblemen Insolvenz angemeldet. Ein Verkauf oder eine Sanierung stehen bevor.


16.02.2026 12:38|0|2|Google News
Orbex am Rande der Insolvenz: Großbritanniens Raumfahrtziele in Gefahr

In den letzten Jahren ist auf dem europäischen Markt für Kleinsatellitenstarts eine bemerkenswerte Dynamik zu beobachten. Kleine Raketen, die speziell für kostengünstige und flexible Missionen konzipiert sind, werden sowohl von öffentlichen Institutionen als auch von privaten Unternehmen als strategisches Feld betrachtet. Auch das Vereinigte Königreich strebte die Marktführerschaft in diesem Wettbewerb an, doch die Ereignisse dieser Woche zeigen, dass die Pläne nicht aufgegangen sind. Orbex, eines der ehrgeizigsten Start-ups der Insel in diesem Bereich, steht vor dem Aus.

Orbex am Rande der Insolvenz: Großbritanniens Raumfahrtziele in Gefahr

Das in Schottland ansässige Unternehmen Orbex hat diese Woche die Ernennung unabhängiger Verwalter beantragt. Im britischen Recht bedeutet dieser Schritt, dass das Unternehmen anerkennt, seine Schulden nicht mehr aus dem laufenden Cashflow bedienen zu können, und sich unter gerichtlicher Aufsicht einer Umstrukturierung unterzieht. Während dieses Prozesses werden rechtliche Schritte von Gläubigern vorübergehend ausgesetzt, während Optionen wie die Suche nach neuen Investoren oder der Verkauf von Vermögenswerten geprüft werden.


Es scheint, dass das Scheitern von Orbex, das angestrebte Kapital in einer Finanzierungsrunde zu sichern, sowie erfolglose Fusions- und Übernahmegespräche das Unternehmen in die Umstrukturierung gezwungen haben. Dies ist zwar noch keine endgültige Geschäftsaufgabe, kann aber als Eingeständnis einer massiven finanziellen Schieflage gewertet werden.

Orbex Prime: Ausgelegt für 200 kg Nutzlast

Orbex am Rande der Insolvenz: Großbritanniens Raumfahrtziele in Gefahr

Die von Orbex entwickelte Trägerrakete „Prime“ war darauf ausgelegt, eine Nutzlast von bis zu 200 Kilogramm in den niedrigen Erdorbit zu befördern. Der mehrfach verschobene Erststart war für Ende 2026 geplant. Das Unternehmen war 2025 eines von fünf Firmen, die für das „European Launcher Challenge“-Programm der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) ausgewählt wurden. Die Unterstützung durch die ESA fiel jedoch im Vergleich zu den Budgets der anderen vier Unternehmen deutlich geringer aus. Während andere Firmen fast 170 Millionen Euro erhielten, bekam Orbex im Rahmen dieses Programms lediglich 34,9 Millionen Euro. Zudem blieb unklar, wie das von der britischen Regierung bereitgestellte Budget von 144 Millionen Euro verteilt werden sollte.


Orbex, das seit geraumer Zeit um das Überleben kämpft, hatte bereits im Dezember seine dänische Tochtergesellschaft Orbital Express Launch ApS geschlossen. Im vergangenen Monat wurden Verkaufsgespräche mit der in Frankreich und Deutschland ansässigen „The Exploration Company“ aufgenommen. Diese Verhandlungen blieben jedoch offenbar ohne Ergebnis, was nun zu dem Insolvenzantrag führte.

Britische Raumfahrtvision in der Krise

Die Ereignisse bei Orbex sind kein Einzelfall. Die britischen Ambitionen in diesem Sektor sind allgemein ins Stocken geraten. So befindet sich auch die UK Space Agency (UKSA) in einem Transformationsprozess. Ihr Leiter, Dr. Paul Bate, kündigte kürzlich seinen Rücktritt an. Zudem fiel auf, dass das Vereinigte Königreich als einziges ESA-Mitgliedsland sein Budget kürzte. Obwohl Regierungsvertreter betonen, dass die Unterstützung für den Raumfahrtsektor fortbesteht, deuten die jüngsten Entwicklungen auf einen deutlichen Rückzug in diesem Bereich hin.

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