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RAM-Krise in der Technologiewelt: KI strapaziert das Angebot

Die Speicherchip-Krise verschärft sich von Smartphones bis hin zu Autos. KI-Investitionen lenken das weltweite RAM-Angebot massiv in Richtung Rechenzentren.


16.02.2026 21:12|0|2|Google News
RAM-Krise in der Technologiewelt: KI strapaziert das Angebot

Der globale Tech-Sektor steckt aufgrund der Verknappung bei Speicherchips in einer tiefen Krise. Die Gewinnmargen stehen unter Druck, Produktionspläne geraten ins Stocken und die Preise steigen in einer breiten Produktpalette – von Laptops über Smartphones und Autos bis hin zu Rechenzentren – rasant an. Laut Branchenvertretern steht dieser Engpass erst am Anfang.

RAM-Krise in der Technologiewelt: KI strapaziert das Angebot

Laut einem Bericht von Bloomberg liegt das aggressive Wachstum von KI-Rechenzentren im Zentrum der Krise. Unternehmen wie Alphabet und OpenAI investieren massiv in Hardware, um Chatbots und KI-Anwendungen zu betreiben. Im Zuge dessen werden Millionen von KI-Beschleunigern gekauft. Da insbesondere Nvidia-Chips mit enormen Speichermengen ausgeliefert werden, verlagert sich ein Großteil der weltweiten Produktion in diesen Bereich. Infolgedessen müssen Hersteller von Unterhaltungselektronik um das schrumpfende Angebot konkurrieren.

Ein beispielloser Engpass

Seit Anfang 2026 haben Tesla, Apple und viele andere Großkonzerne angekündigt, dass Engpässe bei der DRAM-Versorgung die Produktion einschränken werden. DRAM ist ein grundlegender Baustein für fast jedes Produkt der modernen Technologie.


Apple-CEO Tim Cook erklärte, dass steigende Speicherkosten die iPhone-Rentabilität unter Druck setzen, während Micron den Engpass als „beispiellos“ bezeichnete. Tesla-CEO Elon Musk wies auf die strukturelle Dimension des Problems hin und brachte den Bau eigener Speicherproduktionsstätten ins Gespräch. Musk sagte: „Wir haben zwei Möglichkeiten: gegen die Chip-Wand fahren oder eine Fabrik bauen.“


Die Kapazitäten von Giganten wie Samsung, SK Hynix und Micron werden durch die Nachfrage der Rechenzentren voll ausgeschöpft. Firmen im Bereich der Unterhaltungselektronik müssen für das sinkende Angebot immer höhere Preise zahlen.

Warnung vor dem „RAMmageddon“

Die Preissteigerungen haben beachtliche Ausmaße erreicht. Bei einigen DRAM-Typen stiegen die Preise innerhalb eines Monats um 75 Prozent. Dies spiegelte sich während der Ferienzeit in den Preisen wider, und einige Einzelhändler begannen mit täglichen Preisaktualisierungen. In der Branche wird für diesen drastischen Anstieg der Begriff „RAMmageddon“ verwendet.

RAM-Krise in der Technologiewelt: KI strapaziert das Angebot

Besonders bemerkenswert ist, dass dieser Engpass auftritt, noch bevor die Investitionspläne der Tech-Giganten voll zum Tragen kommen. Alphabet und Amazon planen für dieses Jahr Investitionen von insgesamt bis zu 385 Milliarden Dollar – Rekordwerte in der Unternehmensgeschichte.


Während dies Herstellern wie Samsung und Micron hohe Gewinne beschert, bedeutet es für den Rest der Branche einen massiven Kostendruck.

Produktionspläne geraten ins Wanken

Die Krise betrifft nicht nur die Preise, sondern auch langfristige Produktpläne. Branchengerüchten zufolge erwägt Sony, den Release der PS6 auf 2028 oder sogar 2029 zu verschieben. Nintendo prüft Preiserhöhungen für die Switch 2.


Laptop-Hersteller stehen vor Änderungen in ihren Lieferverträgen. Samsung überprüft Verträge nun offenbar vierteljährlich statt jährlich. Chinesische Smartphone-Größen wie Xiaomi, Oppo und Transsion senken ihre Lieferziele für 2026.


Während die Aktien von Cisco Systems den tiefsten Stand seit vier Jahren erreichten, warnten auch Qualcomm und Arm Holdings vor weiteren Rückgängen in der kommenden Periode.

Erinnerungen an die Covid-Ära

Die aktuelle Lage erinnert an die Chipkrise während der Pandemie. Doch diesmal ist nicht das Homeoffice der Auslöser, sondern die astronomischen Budgets für Künstliche Intelligenz. Die Ausgaben für Rechenzentren, die 2024 bei 217 Milliarden Dollar lagen, sollen 2026 auf 670 Milliarden Dollar steigen.

RAM-Krise in der Technologiewelt: KI strapaziert das Angebot

Seit dem Durchbruch von ChatGPT haben Samsung, SK Hynix und Micron ihre Ressourcen massiv auf High Bandwidth Memory (HBM) für Nvidia- und AMD-Hardware verlagert. Dies hat die Produktionskapazität für Standard-DRAM drastisch reduziert.

Einfache Mathematik

Hinter der Priorisierung von HBM steckt eine einfache wirtschaftliche Realität. Die Blackwell-Architektur von Nvidia benötigt allein 192 GB RAM – sechsmal mehr als ein leistungsstarker PC. NVL72-Serversysteme kommen sogar auf 13,4 Terabyte HBM-Kapazität.

RAM-Krise in der Technologiewelt: KI strapaziert das Angebot

Laut TrendForce wird die HBM-Nachfrage im Jahr 2026 um 70 Prozent steigen und einen Anteil von 23 Prozent an der gesamten Produktion erreichen. Dies belegt die Verschiebung von traditionellem DRAM hin zu KI-fokussierten Lösungen.

RAM-Krise in der Technologiewelt: KI strapaziert das Angebot

Obwohl HBM den Herstellern hohe Margen bietet, stellt dies die Verbraucher vor Probleme. Von Smartphone-Speichern bis hin zu Steuerungssystemen in Autos verknappt sich das Angebot. Das Defizit zwischen Angebot und Nachfrage bei DRAM wird auf etwa 4 Prozent geschätzt.


Analysten gehen davon aus, dass der Mangel das ganze Jahr über anhalten wird und die Kosten direkt an die Endnutzer weitergegeben werden. Der Anteil der Speicherkosten bei Einsteiger-Smartphones könnte bald auf 30 Prozent steigen. Speicherchips sind mittlerweile das „neue Gold“ der Technologiewelt geworden.

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