SpaceX hat ein neues System zur Lageerfassung im Weltraum angekündigt, um der zunehmenden Satellitendichte und den Kollisionsrisiken im erdnahen Orbit entgegenzuwirken. Die Software namens „Stargaze“ (Space Situational Awareness - SSA) zielt darauf ab, die Verfolgung von Objekten im All präziser und schneller zu gestalten und das aktuelle Weltraumverkehrsmanagement grundlegend zu verändern.
Das Unternehmen gab bekannt, dass Stargaze in den kommenden Wochen allen Satellitenbetreibern kostenlos zur Verfügung gestellt wird und über die SpaceX-Plattform für Weltraumverkehrsmanagement zugänglich sein wird. Auf diese Weise kann nicht nur die Starlink-Flotte, sondern auch Satelliten anderer Unternehmen und Institutionen von dieser Infrastruktur profitieren.
Traditionelle Systeme reichen nicht mehr aus
Laut SpaceX haben die Kollisionsrisiken im Weltraum in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Das Zurücklassen von Raketenkörpern im niedrigen Erdorbit, Satellitenmanöver ohne Informationsaustausch und Antisatellitentests bedrohen die Sicherheit im Orbit direkt. Im Gegensatz dazu sind herkömmliche bodengestützte Überwachungssysteme bei der Verfolgung von Objekten unzureichend, was zu erheblichen Unsicherheiten bei Orbit-Vorhersagen führt.
Diese Unsicherheiten können dazu führen, dass Kollisionswahrscheinlichkeiten zu spät erkannt werden, insbesondere wenn sich die Weltraumwetterbedingungen schnell ändern. SpaceX betont, Stargaze entwickelt zu haben, um genau dieses Problem zu lösen.
Kontinuierliche Beobachtung
Der bemerkenswerteste Aspekt von Stargaze ist die Nutzung von Daten von rund 30.000 Sternensensoren, die in die mehr als 9.500 Satelliten von SpaceX im Orbit integriert sind. Diese Sensoren, die normalerweise zur Bestimmung von Position und Ausrichtung dienen, überwachen dank Stargaze nun auch kontinuierlich umliegende Objekte.
Diese Infrastruktur ermöglicht die Erkennung von rund 30 Millionen Passagen pro Tag in der gesamten Flotte. SpaceX gibt an, dass dies im Vergleich zu herkömmlichen bodengestützten Systemen eine mehrfache Steigerung der Erfassungskapazität bedeutet.
Während potenzielle Annäherungen in bestehenden Systemen meist innerhalb von Stunden bewertet werden, reduziert Stargaze diese Zeit auf wenige Minuten. So werden Kollisionsrisiken viel früher erkannt, was den Betreibern eine rechtzeitige Manöverplanung ermöglicht.
Zusätzlich gab SpaceX bekannt, dass Stargaze bereits in einer geschlossenen Beta-Phase mit mehr als einem Dutzend Satellitenbetreibern getestet wird. Mit der kostenlosen Veröffentlichung soll eine transparentere, schnellere und koordiniertere Struktur im Weltraumverkehr geschaffen werden.





