Während die durch die hohe Nachfrage von KI-Rechenzentren verursachte DRAM-Krise anhält, gibt es nun auch schlechte Nachrichten im Bereich der NAND-Speicher. Obwohl die Preise für SSDs, die NAND-Speicher verwenden, bereits steigen, deuten Berichte aus Südkorea darauf hin, dass sich die Lage bei den NAND-Chips weiter verschlechtern wird.
Speicherhersteller wollen Gewinne maximieren
Laut einem Bericht von Chosun Biz aus Südkorea erwägen Samsung und SK Hynix, die Produktion von NAND-Flash-Speichern zu drosseln. Der Grund dafür ist, dass die Unternehmen ihre Produktion verstärkt auf den profitableren DRAM-Bereich verlagern wollen. Dementsprechend haben beide Hersteller ihre NAND-Produktionsprognosen für das Jahr 2026 nach unten korrigiert. Während nicht erwartet wird, dass der KI-Sektor davon stark betroffen sein wird, dürften die Auswirkungen auf der Verbraucherseite schon bald spürbar werden.
Nach Daten des Marktforschungsunternehmens Omdia hat Samsung seine Prognose für die Produktion von NAND-Wafern von 4,9 Millionen Einheiten im Vorjahr auf 4,68 Millionen Einheiten in diesem Jahr gesenkt. Es wird erwartet, dass die NAND-Produktion von SK Hynix einem ähnlichen Trend folgen wird; die Produktion, die im letzten Jahr bei 1,9 Millionen Einheiten lag, soll in diesem Jahr auf 1,7 Millionen Einheiten sinken.
KI-Nachfrage nach NAND-Chips steigt
Diese Entwicklung fällt in eine Zeit, in der NAND-Chips in der KI-Infrastruktur immer kritischer werden. Insbesondere nach der Vorstellung der ICMS-Plattform durch NVIDIA, die darauf abzielt, den KV-Cache zur Speicherung langer Kontextdatensätze in agentenbasierten KI-Systemen zu erweitern, hat die Bedeutung von NAND weiter zugenommen. Es wird prognostiziert, dass die Rubin-Plattform von NVIDIA einen erheblichen Teil der weltweiten NAND-Produktion verbrauchen wird und allein Rack-basierte Lösungen bis 2027 rund 115,2 Millionen TB an NAND-Speicherplatz benötigen werden. Dies übt massiven Druck auf die Lieferkette aus.
Die Entscheidung der Hersteller, die NAND-Produktion zu drosseln, zielt höchstwahrscheinlich darauf ab, die Vertragspreise zu erhöhen und so den maximalen Gewinn aus den Produktionslinien zu ziehen. Große KI-Unternehmen wie NVIDIA und AMD haben sich ihre NAND-Vorräte bereits Monate im Voraus gesichert. Daher wird die Hauptlast der steigenden Kosten erneut den Verbrauchermarkt treffen, was zu einem Szenario ähnlich einer Speicherknappheit führen könnte.





