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Stärkster Sonnensturm seit 20 Jahren trifft die Erde

Die Erde erlebt den heftigsten Sonnenstrahlungssturm seit 2003. Experten warnen vor Risiken für Satellitensysteme, GPS und Kommunikationsnetzwerke.


20.01.2026 18:38|0|107|Google News
Stärkster Sonnensturm seit 20 Jahren trifft die Erde

Am Montag wurde die Erde vom stärksten Sonnenstrahlungssturm seit Oktober 2003 getroffen. Das Ereignis löste Besorgnis über mögliche Auswirkungen auf Satellitensysteme, Kommunikationsinfrastruktur und die Sicherheit von Astronauten aus.

Stärkster Sonnensturm seit 20 Jahren trifft die Erde

Das Space Weather Prediction Center (SWPC) des US National Weather Service stufte das Ereignis als Sonnenstrahlungssturm der Stufe S4 (schwer) auf einer fünfstufigen Skala ein. In einer Erklärung über soziale Medien gab das SWPC an, dass dies der größte Sonnenstrahlungssturm der letzten 20 Jahre sei und die Stufe S4 zuletzt im Oktober 2003 beobachtet wurde.

Der Sturm begann am 18. Januar mit einem starken Sonnenflare der Klasse X1.9 aus der Sonnenfleckenregion AR4341. Dieser Ausbruch verursachte einen direkt auf die Erde gerichteten koronalen Massenauswurf (CME). Der CME bewegte sich viel schneller als erwartet und erreichte die Erde von der Sonne aus in nur etwa 25 Stunden. Normalerweise dauert diese Reise zwei bis vier Tage.

Magnetische Energie im Weltraum auf das 20-fache gestiegen

Die Auswirkungen des CME wurden am 19. Januar bestätigt, und die magnetischen Bedingungen stiegen auf das Niveau eines G4 (schweren) geomagnetischen Sturms an. SWPC-Prognostiker Shawn Dahl erklärte, dass die magnetische Energie im Weltraum auf fast das 20-fache des normalen Hintergrundniveaus angestiegen sei.

Das SWPC informierte Fluggesellschaften, die NASA, die Federal Aviation Administration (FAA), die Federal Emergency Management Agency (FEMA) und die North American Electric Reliability Corporation über mögliche Störungen. Dahl sagte, man stehe in ständigem Kontakt mit den relevanten Institutionen, damit kritische technologische Infrastrukturen rechtzeitig Vorsorgemaßnahmen treffen können.

In großen Höhen ist das Strahlungsrisiko insbesondere für Astronauten auf der Internationalen Raumstation und Passagiere auf Flügen über die Polarregionen gestiegen. In solchen Fällen können sich Astronauten in besser geschützte Bereiche der Station begeben. Diese Methode wurde bereits bei früheren Sonnenstürmen angewendet.

Für Satellitenbetreiber steigen die Risiken, insbesondere für Satelliten in geosynchroner Umlaufbahn, während es zu vorübergehenden Beeinträchtigungen der GPS-Genauigkeit und der Hochfrequenz-Funkkommunikation in den Polarregionen kommen kann. Laut dem Sonnenphysiker Ryan French von der University of Colorado sind jedoch keine großflächigen technologischen Probleme zu erwarten, die die breite Öffentlichkeit betreffen würden.

Polarlichter bis in mittlere Breitengrade sichtbar

Stärkster Sonnensturm seit 20 Jahren trifft die Erde

Der geomagnetische Sturm führte dazu, dass Polarlichter bis in südlichere Breitengrade vordrangen, in denen sie normalerweise nicht zu sehen sind. Laut NOAA-Prognosen könnten Polarlichter bei anhaltenden Stürmen in mehr als 24 US-Bundesstaaten, sogar bis Alabama und Nordkalifornien, sichtbar sein. Nach dem Eintreffen des CME auf der Erde wurden auch aus Europa, einschließlich der Niederlande und Deutschlands, zahlreiche Sichtungen von Polarlichtern gemeldet.

Weltraumwetterexperten warnen, dass es in den kommenden Tagen zu neuen Eruptionen aus der aktiven Sonnenfleckenregion kommen könnte und weitere Stürme, die auf die Erde gerichtet sind, im Bereich des Möglichen liegen.

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