China steigt offiziell in das weltweit an Fahrt gewinnende Rennen um weltraumbasierte Rechenzentren ein. Nach Informationen des staatlichen Senders China Global Television Network (CGTN) wird der staatliche Raumfahrtkonzern China Aerospace Science and Technology Corporation (CASC) an Rechenzentren arbeiten, die im Weltraum positioniert werden sollen. Dies ist Teil eines umfassenden Fünfjahresplans, der darauf abzielt, Chinas Präsenz im All weiter auszubauen.
Der Plan beschränkt sich nicht nur auf Rechenzentren. Chinas Weltraumvision umfasst auch Aktivitäten zur Ressourcenerschließung wie Asteroiden-Bergbau, die Überwachung von Weltraumschrott sowie Schritte in Richtung Weltraumtourismus.
Cloud-, Edge- und Terminal-Technologien verschmelzen im All
Der Fokus im Bereich der Rechenzentren liegt auf einer integrierten Weltraumsystem-Architektur, die Cloud-, Edge- und Terminal-Technologien vereint. CASC betont, dass durch diesen Ansatz Rechenleistung, Datenspeicherung und Datenübertragung direkt aus dem Weltraum bereitgestellt werden können. Eine solche Architektur zielt darauf ab, die Abhängigkeit von terrestrischer Infrastruktur zu verringern und gleichzeitig Vorteile bei Latenzzeiten und Energieeffizienz zu bieten.
China ist in diesem Wettbewerb natürlich nicht allein; auch US-amerikanische Technologie- und Raumfahrtunternehmen verfolgen ähnliche Projekte. Da terrestrische Energiequellen in einigen Regionen zunehmend teurer und begrenzter werden, suchen Unternehmen nach alternativen Lösungen. Einer der Hauptgründe für diesen Druck ist die schnelle Verbreitung von KI-basierten Systemen und die damit einhergehende Vergrößerung von Rechenzentren. Mit dem Wachstum dieser Systeme steigt auch der Energie- und Ressourcenverbrauch rasant an.
US-Unternehmen ziehen nach
Elon Musks Unternehmen SpaceX hatte bereits zuvor Pläne für weltraumbasierte Rechenzentren veröffentlicht. In der ersten Phase sollen diese Zentren voraussichtlich modifizierte Versionen der Starlink-Breitbandsatelliten sein. Musks langfristige Vision beinhaltet zudem den Bau von KI-Satellitenfabriken auf dem Mond und den Transport dieser Systeme von der Mondoberfläche in den Weltraum mittels elektromagnetischer Katapulte.
Unterdessen hat Axiom Space bereits im vergangenen Jahr die ersten Komponenten für ein Rechenzentrum im Orbit ins All geschickt. Auch Google gehört zu den Unternehmen, die die Idee prüfen, Rechenzentren in den Weltraum zu verlagern, um die eigene KI-Infrastruktur zu unterstützen.





