Im langjährigen Kartellrechtsstreit zwischen Epic Games und Google gab es eine überraschende Entwicklung. Bei der jüngsten Anhörung in San Francisco wurde bekannt, dass zwischen den beiden Technologieriesen eine bisher unangekündigte, massive Partnerschaft besteht. Richter James Donato prüft nun eingehend, ob diese Geheimvereinbarung den laufenden Vergleichsprozess im Rechtsstreit beeinflusst hat.
Tim Sweeney bestätigt vor Gericht: Google wird Unreal Engine nutzen
Den vor Gericht geteilten Details zufolge umfasst diese neue Vereinbarung gemeinsame Produktentwicklungen, Marketingverpflichtungen und Kooperationen. Epic-CEO Tim Sweeney deutete während der Anhörung an, dass Google die Unreal Engine – die Kerntechnologie von Epic – künftig wesentlich umfassender nutzen wird. Dies bedeutet, dass Google die Spiel-Engine-Technologie von Epic zur Entwicklung oder zum Training eigener Produkte einsetzen wird.
Richter Donato wies darauf hin, dass der finanzielle Umfang der Vereinbarung beträchtlich ist. Den Informationen zufolge plant Epic Games, über einen Zeitraum von sechs Jahren insgesamt 800 Millionen Dollar für den Kauf verschiedener Google-Dienste auszugeben. Tim Sweeney erklärte, dass diese Ausgaben getätigt werden, um Google-Services zu Marktpreisen zu nutzen, und dass dies ein wichtiger Teil der Wachstumsstrategie des Unternehmens sei.
Das Gericht scheint jedoch besorgt darüber zu sein, ob diese Partnerschaft die Forderungen von Epic nach Änderungen im Android-Ökosystem abgeschwächt hat. Der Richter hinterfragte die Vereinbarung, wonach Epic Google bei der Vermarktung von Android hilft, während Google im Gegenzug Fortnite vermarktet. Es wird untersucht, ob es sich hierbei um eine „gegenseitige Interessenbeziehung“ handelt, welche die Bereitschaft zur Verteidigung der Rechte anderer Entwickler mindern könnte.
Tim Sweeney wies diese Vorwürfe zurück und argumentierte, dass der Epic Games Store auf Android künftig keine Sonderbehandlung erfahren werde. Er erinnerte daran, dass sie in der Vergangenheit Exklusivangebote für Epic stets abgelehnt hätten und nach dem Prinzip der Gleichberechtigung für alle Entwickler handeln würden. Dennoch entstand während des Prozesses der Eindruck, dass dieses neue Handelsabkommen an die Annahme der Vergleichsbedingungen im Urteil gebunden ist.
Solche gigantischen Partnerschaften in der Technologiewelt haben in der Regel direkte Auswirkungen auf das Nutzererlebnis und die Plattformrichtlinien.




