Der Gaming-Riese Ubisoft erlebt eine der turbulentesten Phasen seiner Geschichte. Berichten aus dem Unternehmen zufolge steht das Verhältnis zwischen der Belegschaft und der Führungsriege vor dem Zerbruch. Es wird berichtet, dass Mitarbeiter in internen Kommunikationskanälen die Manager offen kritisieren und bloßstellen.
Grund für diese Unruhe sind die radikalen Umstrukturierungsmaßnahmen, die das Unternehmen kürzlich beschlossen hat. Die Gründung der durch Tencent unterstützten Vantage Studios und die Zusammenfassung der Operationen unter fünf verschiedenen „Creative Houses“ haben die Unternehmenskultur tief erschüttert.
Spannungen zwischen Ubisoft-Management und Mitarbeitern verschärfen sich
Die Branchenquelle Tom Henderson berichtete, dass die internen Messenger seit dem 21. Januar von Beschwerden verärgerter Mitarbeiter überflutet werden. Viele Angestellte betrachten die jüngsten Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen als den Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.
Es wird gemutmaßt, dass die aktuelle Atmosphäre zu einer massiven Abwanderung von Talenten führen könnte. Unabhängig von geplanten offiziellen Entlassungen sollen sich bereits viele erfahrene Mitarbeiter auf Jobsuche befinden und darauf vorbereiten, das Unternehmen zu verlassen.
Rückkehrpflicht ins Büro und die Gefahr der Talentabwanderung
Die Entscheidung des Managements, eine 5-Tage-Woche im Büro zur Pflicht zu machen, wird von der Belegschaft als versteckte Entlassungsstrategie interpretiert. Studien zeigen, dass ein Viertel der Führungskräfte solche Vorgaben nutzt, um freiwillige Kündigungen zu forcieren. Es wird vermutet, dass Ubisoft diesen Weg gewählt hat, um den Personalbestand ohne Abfindungszahlungen zu reduzieren.
Der Wertverlust aktienbasierter Vergütungen ist ein weiterer Faktor, der die Unzufriedenheit steigert. Da die Unternehmensaktien auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gefallen sind, schmelzen die finanziellen Gewinne insbesondere für langjährige Mitarbeiter dahin, was die Mitarbeiterbindung erschwert.
Finanzieller Absturz und abgebrochene Projekte
Die Finanzkrise trifft nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Spieleprojekte. Der Publisher mit über 17.000 Angestellten hat sechs Spiele abgebrochen, darunter das Remake von Prince of Persia: The Sands of Time. Zudem wurden sieben Projekte, darunter mutmaßlich das Remake von Assassin’s Creed 4: Black Flag, auf das nächste Geschäftsjahr verschoben.
Angesichts schwindenden Anlegervertrauens und steigender Verschuldungskosten scheint das Unternehmen entschlossen, die Mitarbeiterzahl zur Steigerung der operativen Effizienz zu senken. Es wird jedoch prognostiziert, dass der Schaden an der Unternehmenskultur nur schwer wiedergutzumachen sein wird.





