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KI und RentAHuman: Ist das Mieten von Menschen Realität?

RentAHuman verspricht, dass KI Menschen mieten kann. Die Behauptung von 470.000 Nutzern und Reece Rogers' Erfahrungen offenbaren jedoch erhebliche Systemmängel.


16.02.2026 20:43|0|1|Google News
KI und RentAHuman: Ist das Mieten von Menschen Realität?

Die Plattform RentAHuman, die behauptet, KI-Agenten mit Menschen zusammenzubringen, um Aufgaben in der realen Welt zu erledigen, steht in letzter Zeit im Mittelpunkt der Kritik. Während das System behauptet, über 470.000 mietbare Menschen zu verfügen, werfen die Berichte des Wired-Autors Reece Rogers, der die Plattform testete, erhebliche Fragen über die Funktionsweise dieses Modells auf.

KI und RentAHuman: Ist das Mieten von Menschen Realität?

Das grundlegende Versprechen von RentAHuman besteht darin, KI-Bots den Zugang zu freiwilligen Helfern für physische Aufgaben zu ermöglichen. Dieses Modell zielt darauf ab, dass digitale Assistenten gewissermaßen Hände und Füße in der physischen Welt erhalten. Es ist jedoch unklar, ob die Plattform tatsächlich so funktioniert wie beworben. Obwohl die Behauptung von über 470.000 registrierten Nutzern beeindruckend klingt, bedeutet diese Zahl nicht zwangsläufig einen aktiven und regelmäßigen Workflow.

Behauptung von 470.000 mietbaren Menschen: Funktioniert RentAHuman wirklich?

Reece Rogers trat dem System zunächst mit einem Stundensatz von 20 Dollar bei. Angesichts der Tatsache, dass die Standardgebühr auf der Plattform 50 Dollar beträgt, lag dieser Betrag deutlich unter dem Marktdurchschnitt. Dennoch erhielt Rogers keinerlei Rückmeldung. Dass er den gesamten ersten Tag über keine Nachrichten erhielt, führte dazu, dass das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage im System infrage gestellt wurde. Auch die Senkung seines Honorars auf 5 Dollar änderte nichts am Ergebnis. Dies deutet darauf hin, dass entweder der algorithmische Matching-Mechanismus nicht effektiv arbeitet oder das Geschäftsvolumen auf der Plattform nicht so hoch ist wie behauptet.


Rogers wandte sich später dem Bereich „Bounty Board“ der Plattform zu. In diesem Bereich werden Aufgaben veröffentlicht, die von KI-Agenten stammen und von Nutzern freiwillig übernommen werden können. Obwohl er eine Aufgabe abschloss, die 10 Dollar Belohnung für das Anhören eines Podcasts und das anschließende Twittern darüber versprach, erhielt er weder eine Zahlung noch ein Feedback. Diese Erfahrung warf Fragen zur Transparenz der Aufgabenverifizierung und der Zahlungsprozesse im System auf. Während herkömmliche Freelance-Plattformen in der Regel über einen klaren Abgabe- und Genehmigungsmechanismus verfügen, bleibt der Prozess hier unklar.


Noch bemerkenswerter war die Aufgabe, Blumen an das Unternehmen Anthropic zu liefern, für die eine Belohnung von 110 Dollar ausgesetzt war. Als Rogers sich für diese Aufgabe bewarb, wurde er fast sofort akzeptiert. Es stellte sich jedoch heraus, dass der Prozess Teil einer Werbedemonstration war, die von einem nicht genannten KI-Startup entworfen wurde. Dass der KI-Agent nach der Aufgabe alle 30 Minuten eine Nachricht schickte, um zu fragen, ob die Blumen geliefert wurden, zeigte, wie Automatisierung bei der Nachahmung menschlichen Arbeitgeberverhaltens über das Ziel hinausschießen kann.


Laut Rogers beschränkte sich der KI-gestützte Vertreter nicht nur auf In-App-Nachrichten, sondern begann auch, Anfragen direkt an seine geschäftliche E-Mail-Adresse zu senden. Dies wirft die Frage auf, wie kontrolliert KI-Agenten in Bezug auf Grenzdefinitionen und Benutzererfahrung agieren. Während Kritik an traditionellem Mikromanagement meist an menschliche Manager gerichtet wird, ist es bemerkenswert, dass hier ein ähnlicher Druck durch automatisierte Nachrichten entsteht.


Schließlich scheiterte auch eine Aufgabe zum Verteilen von Valentinstags-Flyern in der Stadt, die sich ebenfalls als eine KI-Werbekampagne herausstellte. An diesem Punkt bezeichnete Rogers die Plattform als eine Erweiterung des KI-Hypes. Seine Erfahrung zeigt, dass KI-Agenten, weit davon entfernt, menschliche Manager zu ersetzen, noch nicht einmal die Vermittlerrolle vollständig übernehmen können. Obwohl die Idee, eine automatische Brücke zwischen Mensch und Arbeit zu schlagen, in der Theorie innovativ erscheint, gefährdet das Fehlen grundlegender Elemente wie Prozesskontrolle, Verifizierungsmechanismen und Nutzerzufriedenheit die Nachhaltigkeit des Systems.

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