HaberV2 Logo

KI-Wettlauf: Schließt China die Lücke zu den USA?

Google DeepMind CEO Demis Hassabis erklärt, dass Chinas KI-Modelle nur noch wenige Monate hinter dem Westen liegen. Erfahren Sie hier die Hintergründe.


16.01.2026 16:07|0 Kommentare|180
KI-Wettlauf: Schließt China die Lücke zu den USA?

Google DeepMind CEO Demis Hassabis erklärte, dass die von China entwickelten KI-Modelle nur noch „einige Monate“ hinter denen von US-amerikanischen und westlichen Unternehmen zurückliegen könnten. In einer neu veröffentlichten Podcast-Serie von CNBC betonte Hassabis, dass Chinas KI-Fähigkeiten auf einem viel fortgeschritteneren Niveau seien, als viele Beobachter noch vor ein oder zwei Jahren prognostiziert hatten. Diese bemerkenswerte Einschätzung verdeutlicht, dass die technologische Kluft zwischen den beiden Supermächten möglicherweise nicht so groß ist wie angenommen und wie schnell sich die globale KI-Landschaft verändert.

Gleichgewicht im KI-Wettlauf verschiebt sich: Kann China die USA bei Innovationen einholen?

Hassabis erkannte zwar an, dass China den Rückstand schnell aufholt, zog jedoch eine klare Trennlinie zwischen dem Aufholen und der Marktführerschaft. Der CEO stellte infrage, ob chinesische Unternehmen bahnbrechende Erfindungen machen können, die bestehende Grenzen sprengen. Er gab an, bisher noch keine originelle Innovation gesehen zu haben, die die Branche so grundlegend verändert hätte wie etwa die Transformer-Architektur. Laut Hassabis ist es etwa 100-mal schwieriger, etwas neu zu erfinden, als es zu kopieren – dies sei weniger eine Frage der technischen Fähigkeiten als vielmehr eine der „Mentalität“.

KI-Wettlauf: Schließt China die Lücke zu den USA?

Diese Kommentare des DeepMind-Chefs folgen auf bemerkenswerte Fortschritte in chinesischen KI-Laboren. Insbesondere das in Hangzhou ansässige Startup DeepSeek erregte weltweit Aufmerksamkeit durch kostengünstige und wettbewerbsfähige Modelle, obwohl diese mit weniger fortschrittlichen Chips trainiert wurden. Es wird berichtet, dass das Unternehmen Mitte Februar sein Modell der nächsten Generation, V4, auf den Markt bringen will, das sich durch seine Programmierfähigkeiten auszeichnen soll; interne Bewertungen seien bereits äußerst positiv ausgefallen.

Die Meinungen anderer Branchengrößen gehen jedoch auseinander. Nvidia-CEO Jensen Huang wies zuvor auf Chinas Vorteile hin, merkte später jedoch an, dass China in Sachen KI nur „Nanosekunden“ hinter Amerika liege. Lin Junyang, technischer Leiter des Qwen-Teams bei Alibaba, äußerte sich hingegen vorsichtiger. Er argumentierte, dass die Chance chinesischer Unternehmen, die US-Giganten in den kommenden Jahren zu überholen, aufgrund der deutlich größeren Recheninfrastruktur der USA bei weniger als 20 Prozent liege.

KI-Wettlauf: Schließt China die Lücke zu den USA?

Chinas KI-Ziele stehen aufgrund von Beschränkungen beim Zugang zu fortschrittlichen Halbleitern vor erheblichen Hindernissen. Obwohl die Trump-Administration neue Regelungen einführte, die den Export von Nvidias H200-Chips unter bestimmten Bedingungen nach China erlauben, bleibt die Lage vor Ort komplex. Einem Reuters-Bericht zufolge wurden chinesische Zollbehörden angewiesen, die Einfuhr dieser Chips nicht zu gestatten, und einheimische Technologieunternehmen wurden gewarnt, Käufe zu vermeiden, sofern sie nicht zwingend erforderlich sind.

Das aktuelle Bild zeigt deutlich, wie technologische Fähigkeiten mit regulatorischen Maßnahmen und geopolitischen Strategien verflochten sind. Während sich das Gleichgewicht im KI-Wettstreit ständig verschiebt, bleibt abzuwarten, ob innovative Erfindungen oder die schnelle Adaption letztlich den Gewinner bestimmen werden.

Teilen:

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare (0)

Kommentare werden geladen...

Einen Kommentar hinterlassen

Kategorien

Yükleniyor...

Folge uns

👍