OpenAI, der Pionier im Bereich der künstlichen Intelligenz, hat einen massiven Schritt zur Stärkung und Diversifizierung seiner Hardware-Lieferkette unternommen. Das Unternehmen unterzeichnete eine Vereinbarung im Wert von über 10 Milliarden US-Dollar mit dem KI-Chiphersteller Cerebras Systems. Laut Berichten des Wall Street Journal umfasst diese strategische Partnerschaft den Kauf von bis zu 750 Megawatt Rechenleistung durch OpenAI von Cerebras in den nächsten drei Jahren. Dieser Schritt ist das jüngste Glied in der aggressiven Kampagne des Unternehmens, um den stetig wachsenden Bedarf an Rechenkapazität zu decken.
Strategie gegen Nvidia: OpenAI baut Chip-Beschaffung aus
Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen markiert den Abschluss einer jahrelangen Beziehung. Andrew Feldman, CEO von Cerebras, gibt an, dass er Sam Altman, den CEO von OpenAI, erstmals im Jahr 2016 traf. Zu dieser Zeit war Altman einer der frühen Investoren von Cerebras. Nach Jahren der Suche nach Kooperationsmöglichkeiten haben die beiden ihre Partnerschaft nun mit diesem Milliarden-Deal auf ein offizielles Fundament gestellt.
Einem Bericht von Bloomberg zufolge strebt Cerebras derzeit eine neue Finanzierung in Höhe von rund 1 Milliarde Dollar bei einer Bewertung von 22 Milliarden Dollar an. Das Unternehmen war im vergangenen September aufgrund seiner Beziehung zu dem in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässigen Unternehmen G42 ins Visier der US-Behörden geraten, was den geplanten Börsengang (IPO) vorerst stoppte. Da G42 jedoch von den US-Behörden entlastet wurde, bereitet Cerebras nun die Wiederaufnahme seiner IPO-Pläne für Ende dieses Jahres vor.
Cerebras verfolgt einen technologischen Ansatz, der sich deutlich von seinen Mitbewerbern abhebt. Während der Marktführer Nvidia Silizium-Wafer in kleine Prozessoren unterteilt, nutzt Cerebras den gesamten Wafer als ein einziges Stück, um riesige Chips in der Größe eines Speisetellers herzustellen. Der Flaggschiff-Prozessor des Unternehmens, der WSE-3, beherbergt 4 Billionen Transistoren und 900.000 KI-spezifische Kerne. Diese Spezifikationen machen ihn physisch 57-mal größer als Nvidias populäre H100-GPU.
Um seine Position gegen die Dominanz von Nvidia auf dem Chipmarkt zu stärken, schließt OpenAI auch mit anderen Anbietern massive Verträge ab. In den letzten Monaten kündigte das Unternehmen Partnerschaften mit Nvidia über 100 Milliarden Dollar, mit AMD über 6 Gigawatt Kapazität, mit Amazon Web Services über 38 Milliarden Dollar sowie Kooperationen zur Entwicklung kundenspezifischer Chips mit Broadcom an. Branchenquellen schätzen, dass der Gesamtwert dieser Infrastrukturverpflichtungen 1,4 Billionen Dollar übersteigt.
Diese gewaltigen Hardware-Investitionen im KI-Sektor verdeutlichen, wie hart der Wettbewerb hinter den Kulissen geführt wird. Tech-Giganten sind bereit, Milliardenbeträge auszugeben, um die leistungsstärksten Modelle zu trainieren.





