TechSpielWelt

Starlink-Satelliten: 300.000 Ausweichmanöver im Jahr 2025

SpaceX meldet für 2025 einen Anstieg der Starlink-Ausweichmanöver um 50 % auf 300.000. Chinesische Satelliten und zunehmender Orbit-Verkehr bereiten Sorge.


26.01.2026 10:04|0|119|Google News
Starlink-Satelliten: 300.000 Ausweichmanöver im Jahr 2025

In einem Bericht an die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) gab SpaceX bekannt, dass Starlink-Satelliten im Jahr 2025 rund 300.000 Manöver zur Kollisionsvermeidung durchgeführt haben. Dies entspricht einer Steigerung von 50 % gegenüber den rund 200.000 Manövern im Jahr 2024. Hauptgrund für den Anstieg ist die zunehmende Dichte im erdnahen Orbit durch amerikanische und chinesische Konkurrenz-Konstellationen.

Starlink-Satelliten: 300.000 Ausweichmanöver im Jahr 2025

Chinesische Satelliten als Hauptrisikoquelle

Der Bericht identifiziert Satelliten und Weltraumobjekte chinesischen Ursprungs als eine der größten Quellen für Kollisionsrisiken. Im Zeitraum von Juni bis November waren 7 der 20 Objekte, die Starlink zu Kursänderungen zwangen, chinesischer Herkunft und verursachten insgesamt 3.732 Manöver. SpaceX betonte insbesondere, dass der Honghu-2-Satellit der Firma Shanghai Lanjian Hongqing Technology über tausend Beinahe-Zusammenstöße mit Starlink-Fahrzeugen verursachte.

Die Spannungen verschärften sich durch eine gefährliche Annäherung am 9. Dezember. Ein neu gestarteter chinesischer Satellit passierte den Starlink-6079 in 560 Kilometern Höhe in einer Entfernung von nur 200 Metern. Michael Nicolls, Vizepräsident für Starlink-Engineering, erklärte, dass chinesische Betreiber keinerlei Koordination oder Kommunikation zur Vermeidung von Orbit-Überschneidungen mit bestehenden Satelliten betreiben.

SpaceX betonte im FCC-Bericht, dass ein konsistenter Datenaustausch und eine zuverlässige Kommunikation zwischen den Betreibern lebenswichtig seien, um Kollisionen zu verhindern. Chinesische und russische Betreiber zeigten sich jedoch oft unwillig, diese Informationen zu teilen.

Experten: Aktueller Trend ist nicht nachhaltig

Mit derzeit über 9.400 betriebenen Satelliten, was etwa 65 % der aktiven Raumfahrzeuge im Orbit entspricht, sorgt die Größe von Starlink bei Experten für Besorgnis. Prof. Hugh Lewis von der University of Southampton bezeichnete die Anzahl der Manöver als außergewöhnlich hoch. Er prognostizierte, dass SpaceX bei diesem Tempo bis 2027 jährlich eine Million Manöver erreichen könnte, und betonte, dass das System nicht nachhaltig sei.

Der Bericht hielt zudem fest, dass SpaceX eine wesentlich strengere Schwelle für die Kollisionsvermeidung anwendet als der Branchendurchschnitt. Das Unternehmen leitet Manöver bereits bei einer Risikorate von 3 zu 10 Millionen ein, während die branchenweit anerkannte Schwelle bei 1 zu 10.000 liegt.

Samantha Lawler, Professorin für Astronomie an der University of Regina in Kanada, wies auf die geopolitischen Folgen der dominanten Stellung von Starlink im Weltraum hin. „Laut Weltraumvertrag sollte jeder Zugang zu allen Regionen des Weltraums haben; in der Praxis wird jedoch ein Großteil des Weltraums von einem einzigen Akteur kontrolliert“, so Lawler.

Verkehr im Orbit wird weiter zunehmen

Trotz dieser Herausforderungen wird erwartet, dass sich der Verkehr im Orbit weiter verdichtet. Chinas staatlich gefördertes Guowang-Projekt plant 13.000 Satelliten, während die in Shanghai ansässige Qianfan-Initiative bis 2030 mehr als 15.000 Satelliten starten will. Dokumente, die bei der Internationalen Fernmeldeunion eingereicht wurden, zeigen sogar, dass China plant, mehr als 200.000 Internetsatelliten ins All zu schicken.

Teilen:
SpaceXSatellitenRaumfahrtStarlinkWeltraumschrott

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare (0)

Kommentare werden geladen...

Einen Kommentar hinterlassen

Kategorien

Yükleniyor...

Folge uns

👍