Amazon hat angekündigt, im Laufe des Jahres 2026 massive Investitionen in Höhe von bis zu 200 Milliarden US-Dollar zu planen. Während das Unternehmen seine Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigert, reagierten die Anleger skeptisch, was zu einem starken Kursabfall der Aktie führte. Aktuell hat die Amazon-Aktie rund 10,30 Prozent an Wert verloren. Grund dafür ist die Sorge, ob die immensen Investitionen eine entsprechende Rendite erzielen werden.
Investitionsbudget deutlich erhöht
Amazon gab bekannt, im Jahr 2025 rund 130 Milliarden Dollar für Immobilien, Rechenzentren, Chips und andere Ausrüstung ausgegeben zu haben. Die Markterwartungen für 2026 lagen bei etwa 150 Milliarden Dollar. Das nun angekündigte Ziel von 200 Milliarden Dollar übertrifft diese Prognosen jedoch deutlich.
Amazon-CEO Andy Jassy erklärte, dass diese Ausgaben primär in die Sparte Amazon Web Services (AWS) fließen und der Großteil der Investitionen für KI-Workloads genutzt wird.
Dieser kostspielige Plan setzt jedoch die kurzfristige Rentabilität unter Druck. Amazon erwartet für das laufende Quartal einen Betriebsgewinn zwischen 16,5 und 21,5 Milliarden Dollar. Die durchschnittliche Analystenschätzung lag hingegen bei 22,2 Milliarden Dollar.
Starkes Wachstum bei AWS
Die Cloud-Sparte AWS verzeichnete im vierten Quartal ein Umsatzplus von 24 Prozent auf 35,6 Milliarden Dollar. Dies stellt das höchste Quartalswachstum für AWS seit über drei Jahren dar. Der Betriebsgewinn der Sparte belief sich im selben Zeitraum auf 12,5 Milliarden Dollar.
Dennoch weisen Analysten darauf hin, dass die negative Reaktion der Anleger primär darauf zurückzuführen ist, dass das Wachstum der Investitionsausgaben das Umsatzwachstum von AWS übersteigt.
Andy Jassy gab bekannt, dass der Auftragsbestand von AWS, der künftige Verkäufe repräsentiert, auf 244 Milliarden Dollar gestiegen ist. Dies entspricht einer Steigerung von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr und verdeutlicht die starke Nachfrage nach KI-gestützter Rechenleistung.
Ein Teil der Investitionen wird zudem in das Satellitenprojekt als Konkurrenz zu Starlink, den verstärkten Robotereinsatz in der Logistik und die Eröffnung neuer Whole-Foods-Filialen fließen.
Der Gesamtumsatz von Amazon stieg im vierten Quartal um 14 Prozent auf 213,4 Milliarden Dollar. Der Betriebsgewinn lag bei 25 Milliarden Dollar. Im E-Commerce-Bereich übertrafen die Online-Ve
rkäufe mit einem Anstieg von 10 Prozent auf 83 Milliarden Dollar die Erwartungen. Die Werbeeinnahmen stiegen um 23 Prozent auf 21,3 Milliarden Dollar.
Während Amazon massiv in KI investiert, setzt das Unternehmen auch den Stellenabbau fort. Um die Organisation agiler zu gestalten, trennte sich Amazon im letzten Monat von 16.000 Mitarbeitern, womit die Gesamtzahl der Entlassungen in jüngster Zeit auf 30.000 anstieg.





