Barbados, bekannt für seine exponierte Lage im Atlantik, hat mit dem dänischen Unternehmen Wavepiston eine offizielle Vereinbarung für ein kommerzielles Wellenenergie-Pilotprojekt mit einer Kapazität von 50 Megawatt unterzeichnet. Die unterzeichnete Absichtserklärung (MoU) gilt als strategischer Meilenstein, der den Weg für die kommerzielle Nutzung von Wellenenergie in der gesamten Karibik ebnen soll.
Die Vereinbarung folgt auf eine umfassende sechsmonatige Machbarkeitsstudie namens „Project WEB“ (Wave Energy in Barbados), die im Jahr 2024 durchgeführt wurde. In diesem Zeitraum kartierten Forscher die Atlantikküste von Barbados detailliert, um zu untersuchen, ob die Region einen großflächigen Wellenenergiepark nachhaltig versorgen kann. Die Ergebnisse bestätigten ein ausreichendes Potenzial.
System mit dualem Output
Für den kleinen Inselstaat Barbados ist die Energiesicherheit von entscheidender Bedeutung. Gängige erneuerbare Quellen wie Sonne und Wind bieten aufgrund ihrer Volatilität und des hohen Flächenbedarfs auf Inseln nicht immer die optimale Lösung. Wellenenergie erweist sich hierbei als stabilere und kontinuierlichere Ressource.
Der bemerkenswerteste Aspekt des Projekts ist der technologische Ansatz des „dualen Outputs“. Der im System erzeugte hydraulische Druck wird gleichzeitig für die Erzeugung von erneuerbarem Strom und für Entsalzungsanlagen genutzt. Damit soll nicht nur der Energiebedarf von Barbados gedeckt, sondern auch das chronische Problem der Wasserknappheit gelöst werden.
Nach Abschluss der theoretischen Forschungsphase ist die Partnerschaft nun in die Entwicklung und konkrete Installationsphase der 50-MW-Pilotanlage vor Ort übergegangen. Wenn die Pläne wie erwartet verlaufen, wird die kinetische Energie des Atlantiks bald zu einer stabilen nationalen Ressource für Barbados werden.
Eine der größten Herausforderungen bei Wellenenergiesystemen ist das Risiko struktureller Schäden bei rauer See. Um dieses Problem zu lösen, hat Wavepiston seine Technologie in Tests im Maßstab 1:30 geprüft. Durch Simulationen in kontrollierten Wellentanks wurden die numerischen Modelle validiert und kritische Daten für das aktualisierte Design des Systems gewonnen.
Die Tests zeigten, dass das „flexible Segeldesign“ von Wavepiston die zerstörerische Kraft riesiger Wellen passiv dämpfen kann. Diese Konstruktion verhindert strukturelle Schäden bei schweren Wellengängen, ohne dass komplexe aktive Steuerungssysteme erforderlich sind.




