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USA und Taiwan schließen Handelsabkommen: Chips bleiben zollfrei

Mit dem neuen Handelsabkommen zwischen den USA und Taiwan sinken die Zölle auf 15 %, während Chips steuerfrei bleiben. Hier sind alle Details zum Abkommen.


15.02.2026 14:41|0|47|Google News
USA und Taiwan schließen Handelsabkommen: Chips bleiben zollfrei

Nach monatelangen Verhandlungen haben die USA und Taiwan schließlich ein wegweisendes Handelsabkommen unterzeichnet. Gemäß der Vereinbarung wird das Weiße Haus Zölle in Höhe von 15 % auf taiwanesische Waren erheben. Dieser Satz entspricht dem Niveau, das auch für die asiatischen Verbündeten Japan und Südkorea gilt. Im Gegenzug erklärte sich Taiwan bereit, seinen Markt stärker für Produkte aus den USA zu öffnen.

USA und Taiwan schließen Handelsabkommen: Chips bleiben zollfrei

Details des Abkommens

Im Rahmen des Abkommens wird Taiwan 99 % der Zollschranken für US-Produkte entweder vollständig abschaffen oder erheblich senken. Zudem wird US-Industrie- und Agrarprodukten ein „privilegierter Marktzugang“ gewährt. Dazu gehören Automobile, Rindfleischprodukte und verschiedene Mineralien. Taiwan plant zudem, zwischen 2025 und 2029 Produkte im Wert von über 84 Milliarden Dollar aus den USA zu beziehen, darunter Flüssigerdgas (LNG), Rohöl, Flugzeuge und Energieausrüstung.


Die 15-prozentige Zollgebühr gilt jedoch nicht für Chips und Halbleiter aus Taiwan. Stattdessen gestattet Washington taiwanesischen Chipherstellern, Chip-Importe bis zum 2,5-fachen ihrer gesamten Produktionskapazität in den USA zollfrei einzuführen. Diese Quote wird nach Inbetriebnahme der Fabriken in den USA auf das 1,5-fache sinken, womit taiwanesische Chipunternehmen eine Vorzugsbehandlung genießen. Unternehmen, die Investitionen auf US-Boden ablehnen, müssen hingegen mit schweren Sanktionen und einem Zoll von 100 % rechnen.


Dieses Abkommen wurde erstmals im Januar angekündigt. Damals hatten taiwanesische Chip- und Technologieunternehmen zugesagt, mindestens 250 Milliarden Dollar in Produktionskapazitäten in den USA zu investieren. Die taiwanesische Regierung kündigte zudem Kreditunterstützung in gleicher Höhe an.

USA forderten Verlagerung von 40 % der Halbleiterproduktion

Dennoch gibt es Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA und Taiwan bezüglich der Halbleiter-Lieferkette. US-Handelsminister Howard Lutnick erklärte im vergangenen Monat, das Ziel sei es, 40 % der gesamten Halbleiter-Lieferkette Taiwans in die USA zu verlagern. Er deutete zudem an, dass in Taiwan ansässige Chipunternehmen, die nicht in den USA investieren, mit 100 % Zoll belegt werden könnten.


Taiwan lehnte diesen Vorschlag mit der Begründung ab, dass es unmöglich sei, ein über Jahrzehnte gewachsenes Halbleiter-Ökosystem in diesem Ausmaß in ein anderes Land zu verlagern. Taiwans stellvertretende Premierministerin Cheng Li-chiun betonte gegenüber lokalen Medien, dass die im Land verwurzelte Struktur des Sektors erhalten bleiben müsse. Investitionen in den USA sollten die Präsenz der Branche in Taiwan unterstützen und nicht schwächen.

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