Die französische Regierung hat das dritte Mehrjährige Energieprogramm (PPE3) für den Zeitraum 2026-2035 veröffentlicht und damit die neue Energiestrategie des Landes bekannt gegeben. Demnach basiert der Plan auf drei Hauptprioritäten: Energiesouveränität, Klimaneutralität und wettbewerbsfähige Preise. Die auffälligste Änderung ist jedoch die Abwärtskorrektur der Ziele für Wind- und Solarenergie sowie die erneute Zentrierung von Investitionen in die Kernkraft.
Ziele für Wind und Solar gesenkt
Im Rahmen der Neuregelung hat Frankreich die bis 2035 geplante installierte Gesamtkapazität für Wind- und Solarenergie im Vergleich zu früheren Entwürfen um 17 bis 21 Prozent gesenkt. Die zuvor prognostizierte Gesamtkapazität von 133 bis 163 Gigawatt wurde für 2035 auf einen Bereich von 105 bis 135 Gigawatt korrigiert.
Im Bereich der Offshore-Windkraft wurde das Ziel für die installierte Leistung für 2035 von 18 GW auf 15 GW reduziert. Bei der Onshore-Windkraft wurde das zuvor angekündigte Ziel von 45 GW auf einen Bereich von 35 bis 40 GW nach unten korrigiert. Die Regierung erklärte, dass bei der Onshore-Windkraft die Kapazitätserhöhung durch die Erneuerung von Turbinen bestehender Anlagen Vorrang vor der Erschließung neuer Standorte haben wird. Während die installierte Onshore-Windkapazität bis 2025 bei etwa 24 GW liegt, bleibt das Zwischenziel von 31 GW für 2030 bestehen.
Auch bei der Solarenergie gibt es eine ähnliche Revision. Das bisherige Ziel für 2035 von 75 bis 100 GW wurde auf 55 bis 80 GW aktualisiert. Die Photovoltaik-Kapazität, die im Jahr 2025 etwa 30 GW betragen wird, soll bis 2030 voraussichtlich 48 GW erreichen.
Rückkehr zur Kernkraft
Mit dem neuen Energiegesetz wurde die zuvor beschlossene gesetzliche Verpflichtung zur Stilllegung von 14 Kernreaktoren aufgehoben. Frankreich hat beschlossen, die Laufzeit der bestehenden 57 Reaktoren zu verlängern und die Produktionskapazität zu optimieren. Ziel ist es, die Kernkraftproduktion bis 2030 auf 380 TWh zu steigern.
Darüber hinaus plant die Regierung den Bau von mindestens sechs neuen Reaktoren des Typs EPR2 der nächsten Generation. Die ersten Kraftwerke sollen ab 2038 in Betrieb gehen. Zudem wird eine Option für acht weitere EPR2-Reaktoren offen gehalten.
Der Plan sieht außerdem eine Erhöhung der Wasserkraftkapazität um 2,8 GW vor, was einem Wachstum von etwa 11 Prozent entspricht. An bestehenden Konzessionsstaudämmen wird eine zusätzliche Kapazität von 640 MW geschaffen. Auch Pumpspeicherkraftwerke werden als kritisch für die Systemflexibilität angesehen, und es ist geplant, die Investitionen in diesem Bereich wiederzubeleben.
Ziel: 650-693 TWh kohlenstofffreier Strom
Das PPE3 zielt darauf ab, den Anteil kohlenstofffreier Quellen an der französischen Stromerzeugung deutlich zu erhöhen. Die kohlenstofffreie Stromproduktion, die im Jahr 2023 bei 458 TWh lag, soll bis 2035 auf 650 bis 693 TWh gesteigert werden. Im gleichen Zeitraum soll der Verbrauch fossiler Brennstoffe von 900 TWh auf etwa 330 TWh gesenkt werden. Mit dieser Transformation sollen bis 2030 60 Prozent und bis 2035 70 Prozent des Energieverbrauchs aus kohlenstofffreien Quellen gedeckt werden. Die Stromnachfrage wird für 2035 auf 618 TWh prognostiziert.
Die Energiewende wird sich nicht nur auf die Stromerzeugung beschränken. Die Nutzung von erneuerbarer Wärme und Abwärme soll von 172 TWh im Jahr 2023 auf 328 bis 421 TWh im Jahr 2035 steigen. Die Biomethanproduktion wird von 9 TWh auf 47-82 TWh erhöht. Während der Biokraftstoffverbrauch von 38 TWh auf 70-90 TWh ansteigt, wird im Bereich Wasserstoff eine Kapazität von bis zu 8 GW angestrebt.





